Freitag, 23. Mai 2014

Selbstgebaut

Sehr stolz bin ich auf mein selbstgebautes Bohnen-Rankgerüst.

Im Hintergrund unser 800-Liter-Regenwassertank
Vorbei die Zeit, in der ich, den wachsenden Bohnenpflanzen hinterher, eine Bambusstange nach der anderen in die Erde steckte und wahllos dazwischen Schnüre festband. Das neue Luxus-Rankgerüst besteht aus 5 Stangen (ich glaube, sie sind 210 cm lang), Verbindungsstücken aus dem Internet und einem Netz aus Jute. Ich bin ja sehr gespannt, wie lange das hält. Das Jute-Netz war nicht teuer (nur ein paar Euro) und immerhin ist es biologisch abbaubar.

Stolz bin ich auch, dass ich das bei Nieselregen und lächerlichen 9 Grad gemacht habe. Nach einem milden Winter und einem sehr frühen und warmen Frühling werden wir im Moment ja dauerberegnet. Und da es zu kalt ist, stehen in unserem Wohnzimmer seit Wochen die Jungpflanzen im Weg rum. Ich freue mich schon so auf nächste Woche, wenn der versprochene Sommer kommt, und ich endlich alles einpflanzen kann. Die Pflanzen können sich im Moment ja gar nicht richtig entwickeln, und außerdem hatte ich schon eine Läuseplage. Ich habe also alle befallenen Pflanzen händisch von Läusen befreit und teilweise mit stark verdünnter junger Brennnesseljauche besprüht (das Grün oder nur die Erde). Das soll helfen.

Ebenfalls selbstgebaut, aber vom Nordlicht, ist das neue Tomaten-Gerüst aus Bambusstangen. Ein Foto habe ich noch nicht, und jetzt ist es zu dunkel zum Fotografieren.

Samstag, 17. Mai 2014

Selbstgespräche

Heute habe ich wieder einmal etwas aus Nenis Kochbuch gekocht, dass ich von einer Freundin geschenkt bekommen habe. 


Ich liebe orientalische Gerichte ohnehin. Der zubereitete Belugalinsensalat mit Blumenkohl brachte mich aber sogar dazu, oben erwähnte Selbstgespräche zu führen. Das ging ungefähr so:

"Mhh, ist das lecker!" "Ma, schmeckt das gut!" "Mmmmh, lecker!" 

Es war also nicht die abwechslungsreichste Unterhaltung, aber zwischen den Sätzen musste ich mir ja neue Portionen in den Mund schieben...

Ich gebe das Originalrezept wieder. Ich habe nur ca. die Hälfte gemacht, und doppelt so viele Belugalinsen wie angegeben (es hätten auch mehr sein können). Da ich Feta-Käse nicht sehr mag, habe ich ihn durch Schafskäse-Gupferl (Frischkäse) ersetzt. Mit Kurkuma und Koriander war ich etwas großzügiger. Statt Chiliflocken (was immer das sein mag) habe ich Chilipulver verwendet und statt Bulgur gekochtes Einkorn-Getreide, eine Urgetreidesorte.

Für 8 Portionen:
2 große Blumenkohlköpfe, in Röschen geteilt
1 TL Kurkuma, gemahlen
1/2 TL Koriander, gemahlen
Salz und Pfeffer
5 EL Olivenöl
150 g Belugalinsen, gekocht, abgekühlt
1 kleine rote Zwiebel, in Ringe geschnitten
1/2 Bund Koriandergrün
1/2 TL Chiliflocken
2 EL Zitronensaft
1/2 TL Dijonsenf (oder mehr)
100 g Fetakäse

Den Blumenkohl mit Kurkuma, Koriander, Salz, Pfeffer und 3 El Olivenöl vermischen. Auf ein Backbleck mit Backpapier geben und im vorgeheizten Backofen bei 180° ca. 30 Minuten backen. Er soll noch bißfest sein.

Die Linsen mit dem Blumenkohl mischen und Zwiebelringe, Koriandergrün, Chili, Zitronensaft, Senf, 2 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer dazugeben, alles gut vermischen. Den Feta zerbröckeln und den Salat damit bestreuen.


Samstag, 3. Mai 2014

Einen Toast auf...

...selbstgemachtes Toastbrot!
Hätte ich gewußt, wie einfach es ist, Toastbrot zu backen, hätte ich das schon viel früher gemacht, und nicht bis zum diesjährigen Osterbrunch gewartet. Ich esse selten Toastbrot, weil ich das im Supermarkt gekaufte Industrie-Toastbrot ziemlich abartig finde, und außerdem mag ich es lieber, wenn die Scheiben dick geschnitten sind. Sie müssen halt noch in den Toaster passen...
Toastbrot kann man auch gut einfrieren, am besten gleich in Scheiben geschnitten, dann kann man sie einzeln auftauen (also einfach gefroren in den Toaster stecken).
Die Idee kam mir beim Frühstück im 220 Grad, meinem Lieblingscafé in Salzburg. Da gab es beim April-Frühstück ein Kräuterbrot - eben ein Toastbrot mit Kräutern. Google brachte schnell unzählige Rezepte zum Vorschein, und für dieses habe ich mich entschieden (einmal mit Kräutern, einmal ohne):

500 g Weizenmehl, Type 405 (hatte ich nicht, also habe ich Universalmehl verwendet)
1 Würfel Germ
300 ml lauwarme Milch
1 TL Zucker
1 TL Salz
40 g Butter
5 EL Kräuter (Basilikum, Rosmarin, Thymian, Petersilie)
evtl. Wasser oder Milch zum Bestreichen

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und so lange kneten, bis der Teig elastisch ist (Küchenmaschine). Zugedeckt gehen lassen, bis der Teig doppelt so groß ist (30-45 Minuten). Dann mit der Hand durchkneten, in eine Kastenform geben und noch einmal gehen lassen (20-30 Minuten). Dann das Brot mit Wasser oder Milch bestreichen und bei 200° 40-50 Minuten backen. 

Tipps zum Brotbacken: 
Wenn es im Raum nicht warm genug ist, um den Teig gehen zu lassen, kann man ihn bei 40° im Backofen gehen lassen.
Man erkennt, dass ein Brot fertig ist, wenn man auf die Unterseite klopft, und es hohl klingt.

Foto gibt es leider keines, weil es beim Osterbrunch ein Mißverständnis zwischen mir und dem Nordlich bzgl. der zu fotografierenden Objekte gab ;-). Aber Ihr wisst ja alle, wie ein Toastbrot ausschaut.

Quelle:
Rezept von Pumpkin-Pie, veröffentlicht auf Chefkoch.de


Sonntag, 27. April 2014

Elisabeths pikanter Kuchen

Auch dieses Jahr gab es wieder einen Familien-Osterbrunch. Da er nun bereits zum 3. (oder 4.?) Mal stattgefunden hat, kann man ihn durchaus schon als Tradition bezeichnen, finde ich. Jede Tradition hat schließlich einmal klein angefangen. 
Beim Vorbereiten des Osterbrunch kann ich mich austoben. Bei einem Brunch kann man ja eigentlich alles servieren, finde ich. Die traditionelle Osterpinze oder das Osterlamm sucht man auf meinem Ostertisch allerdings vergeblich. Ich hab's nicht so mit Traditionen, wenn es nicht meine eigenen sind. Und weder auf Pinze noch auf Lamm bin ich sonderlich scharf. Da gibt es Leckereres, finde ich. Und so gab es, neben üblichen Frühstücks-Dingen wie Marmelade, Schinken und Käse unter anderem auch den pikanten Kuchen. Das Rezept dafür habe ich von einer lieben Freundin meiner Mutter, die ihn vor Jahren mal mitgebracht hat. Er ist sehr schnell zubereitet und schmeckt fantastisch. Das Nordlicht ist, wie treue Leser sich schon denken können, nicht so begeistert, denn ein Kuchen, der nicht süß ist... :-)


Man nehme für eine Kastenform:
250 g Mehl
1 Würfel Germ (ja, soviel auf die kleine Menge Mehl)
1/8 l Olivenöl
1/8 l Weißwein
4 Dotter
Salz (so 1 TL darf es schon sein)
150 g geriebenen Käse (ich habe einfach Emmentaler genommen)
250 g kleingehackten Schinken
schwarze Oliven (ich hatte grüne mit Paprika)
getrocknete Tomaten, kleingeschnitten
Rosmarin, Basilikum

Alles zusammenmischen, in die Kastenform füllen, 30 Minuten gehen lassen, und dann bei 160°-170° ca. 1 Stunde backen.

Montag, 7. April 2014

Nachwuchs

Kirsche und Apfel freuen sich, die Geburt ihres Pfirsichbäumchens bekannt zu geben! Eltern und Kind sind wohlauf. Das kleine Bäumchen steht in einem kleinen Töpfchen auf der Terrasse und wird dort natürlich besonders gehegt und gepflegt, damit es uns bereits in diesem Sommer mit den ersten Pfirsichen erfreut.



Außerdem sind 500 Regenwürmer bei uns eingezogen. Sie werden in Zukunft unsere Küchenabfälle in wertvollen Wurmhumus umwandeln.



Sie haben ihr eigenes Haus im Schatten. Damit ist das Problem "Kein Platz für den Komposthaufen" gelöst. Ich werde darüber noch genauer berichten.

Montag, 9. September 2013

Zweinutzungshuhn

...ist nicht der Titel des neuen Films von Til Schweiger. Ein Zweinutzungshuhn ist DIE Errungenschaft des 21. Jahrhunderts - nämlich - haltet Euch fest! - ein Huhn, das Eier legen kann, dessen Fleisch man aber auch essen kann! Tolle Sache, oder?
Ich habe diesen Begriff vor ein paar Tagen zum ersten Mal gelesen. Und zwar im Buch "Friss oder stirb" von Clemens G. Arvay. 


Darin fand ich, abgesehen von diesem absurden Begriff, einige für mich neue Informationen. Hatte ich mich doch in Sicherheit gewiegt, wenn ich brav Bio-Lebensmittel im Supermarkt kaufe. Ja, mir war schon klar, daß die Biomarken der Supermärkte nicht das Gelbe vom Ei sind, aber daß es so schlimm ist, wie im genannten Buch nachzulesen, hätte ich nicht gedacht.

Die Hühner der Supermarkt-Biomarken, zum Beispiel, werden, ganz EU-konform, in Einheiten zu 3000(!) Tieren gehalten. Natürlich gibt es einen Auslauf, es sind ja Freilandhühner. Bloß - das Freiland bei diesen Ställen bietet keinerlei Deckungsmöglichkeit, sondern besteht normalerweise nur aus einer Wiese. Daher verlassen die Hühner den Stall nicht und sitzen aufeinander wie die Sardinen in der Dose. Mit allen Problemen, die das so mit sich bringt, wenn Hühner zu eng leben. Es geht Ihnen also nicht besser als nicht-Bio-Tieren. 

Da auch Bio-Hühner dahingehend gezüchtet sind, daß sie entweder viele Eier legen können (und das das ganze Jahr hindurch) ODER daß sie schnell an Gewicht zulegen, damit man ihr Fleisch verkaufen kann (sie sind also auch keine Zweinutzungshühner), werden in der Eierproduktion die männlichen Küken gleich nach dem Schlüpfen "homogenisiert" - ein hübsches Wort, oder? Es heißt nichts anderes, als daß die Küken auf dem Fließband von einem rotierenden Messer zu Brei verarbeitet werden. Denn sie können keine Eier legen, sind aufgrund der Züchtung aber auch nicht schnellwachsende Fleisch-Hühner. Also weg damit.

Außerdem sind die Hühner Hybride, die sich nicht fortpflanzen können. Das bedeutet, daß die Bauern immer wieder neue Küken vom Züchter kaufen müssen. Das gibt es auch bei Pflanzen. Die Saatguthersteller sind daran interessiert, Ihre Sorten möglichst weltweit zu verkaufen, um die Bauern von sich abhängig zu machen. Verrückt, oder, daß ein Bauer kein Saatgut mehr aus seinem Getreide gewinnen kann, oder?

Bitte lest dieses Buch! Es ist wirklich informativ und gut zu lesen. Es erklärt auch (verständlich), was Hybride sind, warum 80% der landwirtschaftlichen Fläche Österreichs als Bergbauerngebiete gelten, und warum auch Bio-Äpfel mehrmals gespritzt werden. Oder wie Bauern von den Lebensmittelkonzernen behandelt werden. Und vieles mehr. Ich bin so schockiert, daß ich beschlossen habe, zukünftig so viel wie möglich im örtlichen Bauernladen zu kaufen. Dort gibt es fast nur echte Bio-Ware von kleinen Bauern, unter anderem auch (grüne) Eier einer alten Hühnerrasse. Außerdem will ich meinen Fleischkonsum weiter zu reduzieren und meinen Gemüsegarten erweitern. 

Freitag, 16. August 2013

Der ultimative Anti-Schneckenschutz!

Dieses Jahr wäre ich beinahe verzweifelt angesichts der unglaublichen Nacktschneckenplage, die meinen Garten (und alle anderen Gärten im Umkreis und wahrscheinlich überhaupt alle Gärten im Frühlingsverwaschenen Mitteleuropa) heimsuchte! Mein Kräuterbeet hat nämlich leider keinen Schneckenschutz wie meine Hochbeete.
...und auch sonst haben die Schnecken im Garten gewütet. Sie vermehrten sich trotz des mittlerweile sehr großzügigen Einsatzes des eisenhältigen ("Bio") - Schneckenkorns gewaltig und gaben den Kräutern und Stauden keine Chance. Vielleicht sind sie immun geworden? Wer weiß...
Da fiel mir der Sack "Slug gone" ins Auge, den ich letztes Jahr auf der Welser Messe "Blühendes Österreich" bei British Garden (beheimatet in Graz) gekauft hatte. 



Eigentlich hatte ich ihn für die Kartoffelplantage meines Nordlichts besorgt, er fand aber keine Verwendung und wartete im Schuppen auf mich.
Darin sind Pellets aus Schafwolle, die man flächendeckend um die Pflanzen auf die Erde legt. Zweifelnd breitete ich das Zeug auf der Erde meines Kräuterbeets aus. Und ES IST SENSATIONELL!!! Die Kräuter haben sich erholt, die Schnecken gehen wirklich nicht auf die Schafwolle! 



Gleichzeitig wirkt die Wolle als Mulchdecke. Und sie sieht aus wie Erde. 

Ich brauchte einen 3,5 l - Sack für mein Kräuterbeet, das 2,5 m lang und 40 cm breit ist. Die Wolle hält ein Jahr und kommt damit viel günstiger als die Unmengen an Schneckenkorn, die ich dieses Jahr schon verwendet habe. Wenn man ein offenes Beet hat, könnte ich mir vorstellen, daß es reichen würde, einen "Schutzwall" von 10 cm Breite um das Beet anzulegen, man müsste vermutlich nicht die ganze Fläche zwischen den Pflanzen bedecken. Wichtig ist, daß nichts überhängt, weil die Schnecken dort sonst raufkriechen.