Donnerstag, 27. Dezember 2012

Köstliches mit Äpfeln

Als Kind habe ich Unmengen von Äpfeln verdrückt. Besonders gerne die grünen (und gar nicht heimischen) Granny Smith, die ich heute nicht mehr so gerne mag. Ich esse auch nicht mehr sooo gerne Äpfel pur, und wenn, dann müssen sie säuerlich sein. Ich esse aber gerne Apfelkuchen. Eine unserer ersten Aktivitäten im Garten war, einen Apfelbaum zu pflanzen. Weil es im Handel die ewig gleichen Apfelsorten gibt. Ein Baum von der Biobaumschule Artner musste es natürlich sein, und da wir uns nicht für eine Sorte entscheiden konnten und wollten, trägt er nun vier. Also, er wird einmal (hoffentlich) tragen. Noch ist er zu jung. Auf den ursprünglichen Baum wurden vier weitere Sorten aufgepropft. Beim Einpflanzen fiel der Baum um, und es löste sich eines der aufgepropften Zweiglein. Das wurde zwar im Jahr darauf erneuert, ist aber nicht festgewachsen. Somit ist es halt kein fünf-, sondern ein vierfacher Apfelbaum. Wie gesagt, er trägt noch keine Äpfel, und schon gar keine Boskop, die man für dieses wunderbare Rezept meiner Mutter braucht, das sie, wie sie mir nun verraten hat, vor vielen Jahren im Radio gehört oder in einer Zeitschrift gelesen hat, und das keinen Namen hat. Bei uns heißen die Dinger daher Apfelpäckchen oder Apfelköstlichkeit. Lasst Euch vom unspektakulären Äußeren nicht abschrecken, sie schmecken himmlisch und sind sehr fix zubereitet. Topfenteig geht immer leicht!


1/4 kg Mehl
1/4 kg Butter
1/4 kg Topfen
etwas Salz
4 Boskopäpfel

Ich habe gar nicht genau gefragt, aber ich nehme an, die Zubereitung geht genauso wie bei den Marmeladetascherln (ich habe sie nicht selbst gemacht, sondern von Muttern nach einem leckeren Hirsch am zweiten Weihnachtsfeiertag serviert bekommen. Nicht nur ich, auch der Rest der Familie). Also:

Mehl und Butter (mit etwas Salz) mit den Händen abbröseln, dann den Topfen dazukneten.

Eventuell rasten lassen (muß aber nicht unbedingt sein).

Den Teig in 8 Teile teilen, jedes Stück auswalken oder mit den Händen einen Teller formen. Eine Apfelhälfte hineinlegen, und ein Päckchen formen. Unten geht der Teig nie ganz zu, das macht aber nichts, mit dieser Seite wird das Apfelpäckchen auf das Backblech gesetzt.

Ca. 30 Minuten bei 200 Grad backen, noch heiß mit Zuckerguß übergießen (dazu den Zucker mit Wasser oder Zitronensaft verrühren, der Zuckerguß soll relativ dick sein)

Orangenmarmelade - gar nicht bitter!

Bitteres kann ich gar nicht leiden. Aus diesem Grund esse ich keine Grapefruits, trinke weder Campari noch Bier (letzteres finde ich allerdings auch aufgrund anderer Zutaten ziemlich eklig) und verabscheue - Orangenmarmelade. Ich schmecke bitteres aus vielen Dingen und werde dann oft schief angeschaut. Offensichtlich sind meine Rezeptoren für Bitteres sehr stark ausgeprägt. Irgendwann habe ich dem Nordlicht zuliebe Orangenmarmelade eingekocht. Das Nordlicht liebt Marmelade und ißt keine gekaufte mehr, seit er meine probiert hat. Ich finde auch, daß selbstgemachte Marmelade um Klassen besser ist als jede gekaufte, und sei sie noch so teuer oder edel aufgemacht. Und Marmeladeeinkochen ist etwas vom einfachsten überhaupt. Mühsam ist es nur, wenn man Unmengen an Kirschen entkernen oder ein anderes Obst kleinschneiden muß.

Ich verwende nur 1/3 der Zuckermenge, also nicht Obst und Zucker zu gleichen Teilen, sondern z.B. 1,5 kg Obst und 500 g Zucker. Angeblich verdirbt Marmelade schneller mit weniger Zucker (klar, Zucker konserviert), aber mir ist noch kaum einmal Marmelade schimmlig geworden - höchstens, wenn ich die Ränder des Glases unter dem Schraubdeckel mit Marmelade bekleckert und nicht ordentlich sauber gemacht habe. Der gekaufte 3:1 - Gelierzucker enthält Konservierungsstoffe, aber auch, wenn ich normalen Zucker und Apfelpektin verwende, passiert nichts.

Die Gläser sterilisiere ich vor dem Befüllen mit kochendem Wasser. Dazu stelle ich sie in die Spüle und fülle sie mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher, dort bleiben sie dann stehen, bis ich sie brauche. Die Deckel werden automatisch sterilisiert, wenn man die Marmeladegläser nach dem Befüllen auf den Kopf stellt.

jungfräuliche Orangenmarmelade (rechts) und mit Portwein (rot)
Noch wichtig: Die Gläser auf ein nasses Tuch stellen (meins hat die charakteristischen Marmeladeflecken, die auch die beste Waschmaschine nicht rauskriegt) und die Marmelade heiß einfüllen.

Ich verwende meinen größten, sprich: höchsten Topf für's Marmeladekochen, dann spritzt man sich nicht an. Was ich noch brauche, ist ein extra langer Kochlöffel...

Ach ja, oh Wunder - meine selbstgemachte Orangenmarmelade ist nicht bitter. Falls jemand fragt: Ich weiß nicht, warum. Und ja, ich gebe auch - gar nicht wenig - Orangenschale hinein. Und sie ist eine meiner Lieblingsmarmeladen geworden!

(Mittlerweile weiß ich, daß die englische Orangenmarmelade aus Bitterorangen gemacht wird - wie sie z.B. in Sevilla überall wachsen...)

Orangenmarmelade:
1,5 kg Orangen, in Stücke geschnitten (das Weiße zerkocht sich)
Schale von 3 Orangen (ich verwende den Zestenreißer, man kann die Orangen aber auch mit dem Kartoffelschäler schälen und dann die Schale in dünne Streifen schneiden. Es soll halt nichts weißes mitgehen)
500 g Gelierzucker oder normaler Zucker und die entsprechende Menge Apfelpektin
ev. Zimtstangen und Nelken (in ein Teesackerl gefüllt)

Orangen, Schale und Zucker aufkochen, Gewürzsackerl reinhängen, und 4 Minuten lang sprudelnd kochen. Marmelade heiß in Gläser füllen, Schraubdeckel drauf, Gläser auf den Kopf stellen, nach einigen Minuten Gläser wieder umdrehen.

Bei Verwendung von normalem Zucker und Apfelpektin wird das Apfelpektin mit etwas Zucker vermischt (das ist wichtig, sonst klumpt es!) und nach den 4 Minuten zur Marmelade gegeben. Dann noch einmal 1 Minute kochen, fertig!

Ich freue mich über Kommentare!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Marmeladetascherl

...und wieder ein sehr einfaches Rezept mit leckerem Ergebnis...
Eigentlich auch ein sehr schnelles Rezept, nur das Tascherl machen hält halt ein bisserl auf. Aber insgesamt sind sie (ohne rasten lassen und backen) in ca. 20-25 Minuten fertig.

So mag ich sie am liebsten - mit viiiiiel Staubzucker!
250 g Mehl
250 g Topfen (Quark)
190 g Butter
1/2 Päckchen Backpulver
Vanillezucker
Ribiselmarmelade (rote Johannisbeer)

Butter und Mehl (mit Backpulver und Vanillezucker vermischt) mit den Händen verbröseln, den Topfen untermischen und etwas verkneten. Den Teig etwas rasten lassen (ich habe ihn mitsamt der Schüssel - mit einem Tuch abgedeckt - in den Kühlschrank gestellt, weil meine Butter sehr weich war). 
Den Teig auswalken, mit dem Teigradler Quadrate radeln, einen Klecks Marmelade in die Mitte setzen (nicht zu viel, sonst reißen die Tascherl beim Backen auf). Die vier Ecken in die Mitte klappen und etwas festdrücken.


Bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen. Auskühlen lassen, mit Staubzucker (Puderzucker) bestreuen.  

Ich freue mich über Kommentare.

Und immer wieder Quiche

Ich liebe Quiche! Möglich, daß ich das schon einmal erwähnt habe. Beim letzten Mal, als ich eine Quiche gemacht habe, hat sich herausgestellt, daß mein Nordlicht mittlerweile umgepolt ist. Bis dahin mochte er keine Quiche ("Kuchenteig, und dann ist das nicht süß"), urplötzlich schmeckte sie ihm. Vielleicht liegt es am Blitz-Tarte-Teig, den ich übrigens auch besonders gut für eine Quiche finde. Blätterteig mag ich nicht so, und Mürbteig weckt oft die Erinnerung an Kekse, was ich nicht so passend finde. Ich habe mich wieder von meinem neuen Quiche, Cake und Tartes - Kochbuch von GU inspirieren lassen.

Tomaten-Tarte mit Ziegenfrischkäse

Ich backe den Teig immer 10 Minuten blind (also ohne Fülle). Ich habe ihn dazu allerdings noch nie mit getrockneten Hülsenfrüchten gefüllt, wie es oft in Kochbüchern beschrieben wird. Es reicht, ihn mit der Gabel mehrfach einzustechen.

Mein Backofen hat die Funktion "Intensivbacken", sie eignet sich sehr gut bei Quiches, weil diese so viel Flüssigkeit enthalten.

Übrigens schafft man so eine Quiche zu zweit. Überhaupt, wenn man den Salat dazu vergessen hat... Die Reste esse ich gerne zum Frühstück.

Blitz-Tarte-Teig (für eine 28-30 cm Form):

240 g Mehl, 1 TL Backpulver, je 1 Prise Salz und Zucker, 80 ml neutrales Pflanzenöl (ich habe Erdnussöl verwendet) und 80 ml heißes Wasser in eine verschließbare Box geben und gut durchschütteln. Was da herauskommt ist krümelig und muß noch mit den Händen durchgeknetet werden. Dann ohne Ruhezeit ausrollen und weiterverarbeiten.

Den Teig 10 Minuten blind backen. Danach wird er gefüllt (er muß davor nicht auskühlen):

Tomaten-Tarte mit Ziegenkäse:

500 g Kirschtomaten
100 g getrocknete Tomaten (habe nur ca. halb so viel verwendet)
Rosmarin
200 g Ziegenfrischkäse
2 Eier (ich habe 4 verwendet und dazu noch etwas Milch)
3 EL Pinienkerne zum Darüberstreuen
(im Rezept sind außerdem 150 g Schmand und 100 g Parmesan angegeben, den hatte ich nicht. Stattdessen habe ich mehr Eier und etwas Milch dazugegeben, den Parmesan fand ich wegen des Ziegenfrischkäses überflüssig).

Denn Teig mit den halbierten Tomaten und den in Streifen geschnittenen getrockneten Tomaten belegen. Salzen, ev. pfeffern, Rosmarin darüberstreuen.
Eier, Ziegenfrischkäse und Milch verrühren, salzen und über die Tarte gießen.
Ca. 30 Minuten bei 180 Grad (Umluft 160 Grad) backen, dann die Pinienkerne darüberstreuen und weitere 10-15 Minuten backen.
Ich hatte keine Pinienkerne und habe die Quiche mit der Funktion Intensivbacken bei 170 Grad 30-40 Minuten gebacken (so genau weiß ich das nicht mehr).

Ich freue mich über Kommentare.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Hühnersuppe reloaded

Nachdem es dann doch noch richtig kalt wurde und der Schnupfen hartnäckig war, hatte ich eine Ausrede, um wieder Hühnersuppe mit Puppenknöderl zu machen. Hühnersuppe geht immer, finde ich. Diesmal habe ich mich beim Zubereiten der Knödel an die genaue Anweisung gehalten. Ich hatte das Rezept ja offensichtlich etwas verkürzt notiert und bekam prompt die Richtigstellung (siehe Kommentare hier). Diesmal habe ich also die Semmelbrösel befeuchtet und die Butter schaumig gerührt. Allerdings machte ich einen Fehler, als ich im Kopf die Menge der Zutaten überschlug. Ich wollte nämlich nur 2/3 des Rezepts machen und verwendete prompt zuviel Milch. Da ich auch möglicherweise beim Formen der Knödel nicht sorgfältig genug war, sind leider zwei beim Kochen zerfallen. Aber ansonsten wurde ich mit herrlich flaumigen Bröselknödeln belohnt!


Bröselknödel ("Puppenknöderl"):
ca. 250 g Semmelbrösel
8 EL Milch (oder etwas mehr)
3 EL Butter
2 ganze Eier
Salz
Muskatnuß
2 EL Mehl

Semmelbrösel mit Milch befeuchten
Butter schaumig rühren
Eier, Salz und Muskatnuß, Mehl dazurühren. Rasten lassen.
Dann mit nassen Händen kleine Knödel formen (---Puppenknödel!). In Salzwasser sieden, bis die Knödel nach oben schwimmen.

Die Petersilienwurzel ist noch aus dem Hochbeet (die restlichen Wurzeln ruhen dort noch in der Erde). Allerdings war jemand anderer schneller und hat sich ein Stück geholt. Macht nichts, der Rest der Wurzel war noch gut.


Das Braune im Loch ist ein Rest Erde, kein Tier!

Liebe Leser (männliche wie weibliche)!
Es ist so frustrierend, wenn man nicht mitbekommt, ob jemand liest, was man in einem Blog schreibt. Deshalb: ich freue mich über jeden Kommentar!

Montag, 10. Dezember 2012

Tafelspitz mit Erdäpfelschmarrn und Fisolengemüse

Zuerst mal die Übersetzung:

Tafelspitz = das spitz zulaufende, zarte Schwanzstück vom Rind. Der Begriff Tafelspitz ist bayerisch-österreichischen Ursprungs (Quelle: Wikipedia)

Erdäpfel = Kartoffeln

Schmarrn = naja, da passt die Wiki-Erklärung nicht ganz so. Siehe unten im Rezept.

Fisolen = grüne Bohnen

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich zum ersten Mal Rindfleisch gekocht habe. Dabei ist wirklich nichts dabei! Es kocht sich quasi selbst, deshalb habe ich das Rezept auch unter "schnell zubereitet" eingereiht, denn selbst mit Beilagen geht es schnell. Man kann das Rindfleisch allerdings auch in der Suppe essen, mit Wurzelgemüse (und ev. Kartoffeln), dann ohne die Beilagen. Ich wollte alles, und zwar so, wie es meine Mutter immer macht. Das Sacherkochbuch meinte, man solle das Fleisch in wenig gesalzenem Wasser kochen. Das habe ich gemacht, und schon war das Fleisch zu wenig gesalzen. Das nächste mal halte ich mich an den Rat meiner Mutter (1 TL Salz auf 1 l Wasser).
Das 400 g - Stück Tafelspitz, das ich ergattert habe, war genau richtig für uns zwei. Zum Kochen habe ich keine Knochen verwendet, und statt Wurzelwerk habe ich mein selbstgemachtes Suppenpulver verwendet. Wenn man das Wurzelwerk von Anfang an mitkocht, zerkocht es völlig, und dann mag ich es nicht mehr essen. Lieber gebe ich es erst am Schluß hinein, dann ist es gut als Suppeneinlage.
Bleibt Suppe übrig, kann man sie gut einfrieren und als Grundlage für andere Rezepte verwenden.
Meine Mutter läßt die Suppe erkalten und schöpft dann das Fett ab. Das habe ich natürlich auch probiert, aber in meiner Suppe war gar nicht viel Fett.


Gekochtes Rindfleisch/Rindsuppe für 2:
400 g Rindfleisch zum Kochen 
soviel Wasser, daß das Fleisch bedeckt ist
1 TL Salz auf 1 l Wasser, bei Meersalz weniger
1 TL Suppenpulver auf 1 l Wasser oder Wurzelwerk (2 Karotten, 1/2 Knollensellerie, 1-2 Petersilienwurzel)
2-3 Knoblauchzehen (ganz, ungeschält)
Maggikraut (Liebstöckl) (ich habe 2 TL getrocknetes verwendet)

Rindfleisch in Salzwasser ca. 1 1/2 Stunden schwach köcheln.
Bei Verwendung von Suppenpulver danach das Wurzelwerk hinzufügen und nochmal 10-15 Minuten köcheln (bis das Wurzelwerk so weich ist, wie man es möchte).

Erdäpfelschmarrn:
Dazu kann ich leider keine Mengenangaben machen. Das Verhältnis Zwiebel/Erdäpfel ist aber ohnehin Geschmacksache.

Die Erdäpfel weich kochen. Inzwischen in einer Pfanne Zwiebeln in Butter bräunen. Nicht zu wenig Butter nehmen, sonst schmeckt es nach nichts! Wer auf die Kalorien verzichten möchte, ißt lieber keinen Erdäpfelschmarrn...

Nicht zu lange fotographieren, sonst werden die Zwiebeln zu dunkel und der Erdäpfelschmarrn schmeckt verbrannt. Woher ich das weiß?
 Pfanne vom Herd nehmen. Die Erdäpfel in die Pfanne geben, mit dem Kartoffelstampfer zerstampfen, salzen, und das Ganze dann noch weiterrösten (unbedingt dabeibleiben und umrühren, sonst pappt alles an der Pfanne fest).


Fisolengemüse:
Die Fisolen weich kochen. Inzwischen eine leicht bräunliche Einbrenn (=Mehlschwitze) machen (also die gleiche Menge Butter und Mehl in einem Topf bräunen).
Den Topf vom Herd nehmen (sonst klumpt es!), etwas Fisolenwasser einrühren. Rahm (=saure Sahne) nach Geschmack hinzufügen, die Fisolen und viel feingehacktes Dillkraut dazugeben und mit Salz abschmecken. Am Schluß einen Schuß Essig dazu.


Traditionell gehört dazu auch ein Apfel- oder Semmelkren, ich hatte aber leider keinen Kren (=Meerrettich) zuhause.

Liebe Leser (männliche wie weibliche)!
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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Lübecker Marzipan

Heute habe ich Post bekommen. Aus Lübeck. Liebevoll verpackt darin - Marzipan. Ich bin ganz gerührt. Denn mein Nordlicht ist für ca. zwei Wochen unterwegs, teils beruflich, teils privat, und bei der Fahrt vom Bodensee nach Rostock hat er in Lübeck Station gemacht, um Marzipan zu verkosten. Wir waren gemeinsam schon einmal in Lübeck und haben längere Zeit bei Niederegger verbracht, dem Hersteller des besten Marzipans, das ich kenne (seit ich das Nordlicht kenne, wurde mein Horizont diesbezüglich stark erweitert). Es enthält fast 60% Mandeln.



Immer, wenn wir nach Rostock fahren, kaufen wir dort Unmengen an Marzipan, weil es dort günstiger ist als in Österreich. Meistens begnügen wir uns mit "Weißbrot" und "Schwarzbrot", weil wir beide das pure Marzipan - höchstes umhüllt von wenig Schokolade - am liebsten mögen.

Kürzlich hat das Nordlicht im Internet einen anderen Marzipanhersteller in Lübeck entdeckt, der auch Bio-Marzipan im Sortiment hat, und beschlossen, dort zur Verkostung mal vorbeizufahren mit dem Ziel, den Kofferraum vollzuladen, sofern das Marzipan unseren hohen Ansprüchen genügt. Noch im Zuckerschock rief er mich danach an. Ich war neidisch! Denn ich bin Marzipan-Junkie wie er. Heute dann die Überraschung - das Päckchen mit Marzipan aus Lübeck als Kostprobe für mich allein Daheimgebliebene!


Standhaft habe ich bis nach dem Mittagessen gewartet, mir dann liebevoll einen Espresso zubereitet (na, eigentlich zwei, den ersten habe ich versehentlich verschüttet), und dann das erste Marzipan von Mest genossen.


Was soll ich sagen? Himmlisch! Zwei Stückchen habe ich mir gegönnt. Ich muß ja über die Runden kommen, bis die restliche Lieferung eintrifft. Ob sich das ausgeht???

Kaffee und Marzipan konnte ich leider nicht an meinem Lieblingsplatz genießen, denn der war wieder mal besetzt.

Der beste Platz, um das Gartenrevier zu überwachen

Den Kaffee habe ich letztes Wochenende in meinem Grazer Lieblingscafé Tribeka gekauft. Nach Graz komme ich nicht so oft, und das Tribeka ist immer meine erste Anlaufstelle. Ich trinke ja kaum Kaffee, und wenn, dann nur Espresso. Mit Verlängertem, Cappuccino und Co kann man mich jagen. Mit den meisten Espressi in österreichischen Kaffeehäusern auch. Und so oft komme ich dann leider auch nicht nach Italien (obwohl der Espresso bei der ersten Tankstelle gleich nach dem Brenner schon besser ist als ein Espresso in einem hiesigen Kaffeehaus). Zum Glück schießen immer mehr Kaffeeröstereien aus dem Boden, betrieben von absoluten Kaffee-Spezialisten. Eine der besten ist, wie ich finde, eben das Tribeka in Graz.


Seit kurzem bin ich stolze Besitzerin einer Siebträger-Espressomaschine, und da darf nur bester Kaffee durchlaufen. Eine zweite sehr gute Espresso-Quelle habe ich im Internet entdeckt - Green Cup Coffee. Aufgezogen von zwei jungen Frauen, die einige Kaffeesorten von ausgesuchten Fincas und diverses Kaffeezubehör im Angebot haben.


Das lange Schreiben strengt schon an. Ich kränkle ja auch noch. Ich glaube, ich brauche noch eine kleine Stärkung...Jetzt habe ich allerdings die Qual der Wahl, denn Niederegger ist auch noch zuhause!

P.S.: Bei Wikipedia (wo sonst?) las ich, daß die Herkunft des Wortes Marzipan bzw. des italienischen marzapane nicht genau geklärt ist. Eine Erklärung gefällt mir als Burma - Fan besonders:
"Einer anderen Theorie zufolge leitet sich marzapane vielmehr letztlich von der birmanischen Stadt Martaban ab, die für dort hergestellte Keramiktöpfe bekannt war und ist, in denen verschiedene Spezereien, auch Süßigkeiten, aufbewahrt und verkauft wurden. Im Persischen, Arabischen und Urdu wurde das Toponym martaban zum Begriff für Krüge und wurde im Spätmittelalter in dieser und ähnlichen Bedeutungen auch in verschiedene romanische Sprachen entlehnt; eine Bedeutungsübertragung vom Gefäß auf den Inhalt käme so als Erklärung für den Namen der Süßigkeit in Betracht."
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Marzipan

Dienstag, 27. November 2012

Das wahrscheinlich schnellste Brot der Welt

Wann immer ich schnell ein Brot brauche, backe ich das schnelle Dinkelbrot aus diesem Kochbuch:


Es ist in 5 Minuten verrührt und zum Backen bereit! Die Zutaten habe ich eigentlich immer zuhause. Ich habe das Rezept auch schon vielfach weitergegeben. Das Brot schmeckt jedem und kann auch von jemandem gebacken werden, der sonst nicht kocht und bäckt.


Ich verwende für eine Kastenform:

500 g Dinkelmehl
3/4 EL Salz
1/2 Würfel Germ
(= Hefe; oder 1 Säckchen Trockenhefe)      
150 g gemischte Kerne oder Samen (ich verwende gerne Leinsamen und Kürbiskerne oder Leinsamen und Sonnenblumenkerne. Diesmal wurde es ein Walnussbrot mit ganzen Walnusskernen und Leinsamenschrot)
500 ml warmes Wasser
1 TL Zucker (wenn man Trockenhefe verwendet, muß das nicht sein)

Alle Zutaten mit dem Kochlöffel gut verrühren (aber nicht zu lange, da Dinkelmehl leicht zäh wird), in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Kastenform füllen und ins kalte Rohr stellen.

Auf den Backrohrboden einen kleinen, flachen Topf mit ca. 1/4 l Wasser stellen und das Brot bei 200 Grad etwa 75 Minuten backen.

Sofort nach dem Backen aus der Kastenform nehmen.

Donnerstag, 22. November 2012

Novembergemüse

Letztes Wochenende hatten wir noch ein bißchen im Garten zu tun. Der Regenwassertank mußte an der Hauswand befestigt werden (obwohl er auch ohne Wasser sehr schwer ist, ist er bei einem Wintersturm im letzten Jahr auf die Nachbarwiese davongeflogen...), und ebenso der Kälteschutztunnel. Die mitgelieferten Heringe mögen ja in der Wiese gut halten, im lockeren Erdreich des Hochbeets hatte der Wind leichtes Spiel. Also haben wir Haken in das Holz gedreht, und somit hält der Tunnel hoffentlich. Darunter ist der Salat gut geschützt. Besonders die Mischung "Oriental Mix" von Reinsaat ist gut kältetauglich.


Ich ernte immer wieder was davon, diesmal gab's den Salat als Beilage zu einer einfachen Mahlzeit, die ich sehr gerne mag: Gerösteter Knödel mit Ei. Die Semmelknödel dafür hatte ich kürzlich als Beilage zu einem Linsen-Gemüse-Eintopf gemacht, und da ich immer zu viele mache, sind welche im Tiefkühler gelandet. Dazu gab's selbstgemachte Preiselbeermarmelade ohne Schnickschnack (also nur Preiselbeeren und normaler Zucker, 4 Minuten kochen. Preiselbeeren brauchen keinen Gelierzucker).

Ein letztes Radieschen hatte sich im Salat versteckt:


Beim Aufschneiden musste ich aber entdecken, daß andere vor mir da waren:


Der Knoblauch, den ich im Oktober gepflanzt habe, ist durch die vielen warmen Herbsttage wohl etwas verwirrt und ist bereits ordentlich ausgetrieben:


Bin gespannt, ob er so über den Winter kommt. Er ist nämlich im anderen Hochbeet, ohne Kälteschutztunnel. Unter dem Tunnel verstecken sich auch noch Steckzwiebeln, ein paar Fenchelpflänzchen (noch sehr klein, aber sie wachsen noch), Mangold (ich habe ihn mutig vom anderen Hochbeet umgepflanzt. Mal sehen, ob er das übel nimmt), und der geerntete Stangensellerie (er liegt auf Stroh und Sand, und ich hoffe, daß er nicht kapiert, daß das keine richtige Erdmiete ist).

Dienstag, 20. November 2012

Geburtstagsmohnzopf

Das Nordlicht hat Geburtstag und statt einer Torte gibt es den geliebten Mohnzopf. Ich würde ja gerne eine Torte backen, sie darf ruhig etwas kompliziert sein, aber er mag Torten nicht so. Leider sind auch Familienmitglieder und Freunde diesbezüglich einfallslos. Eine meiner Freundinnen wünscht sich immer die Schneewittchentorte (wird im nächsten März veröffentlicht), meine Familie mag nur die Kastanientorte aus Eva Bakos' "Mehlspeisen aus Österreich" (mit der besten Schokoladecreme der Welt) - die mache ich im Schlaf. Kann sich mal jemand eine andere Torte wünschen?

Der Mohnzopf wurde diesmal nicht mit Zucker überzogen. Ich hatte keine Zeit mehr. Obwohl ich seit einigen Tagen stolze Besitzerin eines Zuckerthermometers bin. Aber dann las ich: man muß es mindestens bis zur 40 Grad - Markierung in die Zuckerlösung tauchen. Die ist aber nur gut 1 cm hoch. Ich brauche also einen neuen Topf, mit kleinerem Durchmesser! Früher hatte ich sowas, aber dann habe ich meine erste eigene Küche bekommen, mit Induktionsherd - ich liebe ihn, aber dafür brauchte ich neue Töpfe. Alle, die ich bisher verwendet hatte, stammten von meiner Mutter und ihrer Mutter. Sie waren zum Teil echt schön, aus Email und bunt. Sie lagern im Keller meiner Schwester und warten darauf, daß ihre Söhne zum Studium auswandern (sie werden die Studienanfänger mit der besten Küchenausstattung sein!).
Ach ja, der Mohnzopf schmeckt mir auch ohne Glasur, obwohl die schon das Tüpfelchen auf dem i ist. Dem Nordlicht war der Mohnzopf nun nicht süß genug, ich fand die Füllung schon sehr süß. So oder so - ein Erlebnis!

Sonntag, 18. November 2012

Milch von glücklichen Kühen

Bei der Küchenschabe habe ich gerade einen kritischen Beitrag über ESL-Milch gelesen, und in den Kommentaren kam der Satz, daß ESL-Milch praktischer sei, weil man bei normaler Milch oft viel wegschütten muß, weil sie verdirbt. Auch wir brauchen nicht viel Milch, aber wegschütten muß man sie nicht, denn man kann Milch gut einfrieren. Das geht sogar mitsamt dem Milchpackerl. Zum Auftauen gibt man sie entweder schon am Abend raus oder legt das Milchpackerl bei niedriger Einstellung in die Mikrowelle - das geht auch, wenn es einen Plastikverschluß hat.
Ich kaufe allerdings fast nur noch Milch beim Bio-Bauern ums Eck, der verkauft sie in Glasflaschen, die im Automaten liegen. Da kann ich auch jederzeit am Abend oder am Sonntagmorgen hinfahren oder -spazieren, wenn ich draufkomm', daß keine Milch mehr da ist. Die Glasflaschen bringt man wieder zurück, sie werden wieder befüllt. Sehr praktisch, aber natürlich hat nicht jeder einen Biobauern ums Eck.

Samstag, 17. November 2012

Die schiachen Ischler Krapferl

In letzter Zeit lese ich viel in anderen Blogs und blicke neidisch auf professionell angerichtetes und fotografiertes Essen. Ich habe es ja schon erwähnt: bei mir ißt das Auge nicht so mit. Oder besser nur ein halb offenes. Und beim Fotografieren habe ich wohl auch nur ein Auge halb offen. Oder es ist die Kamera. Oder meine Ungeduld, wenn ich fertig mit dem Kochen und Backen bin und essen will. Oder was auch immer. Manchmal gelingt's, manchmal nicht. Diesmal allerdings habe ich den Vogel abgeschossen. Ich wollte wieder mal Ischler Krapferl backen. Das will ich jedes Jahr, denn das sind meine absoluten Lieblingskekse (vielleicht abgesehen von den Florentinern meiner Nachbarin...) und jedes Jahr komm' ich drauf, daß ich im Jahr davor wieder nicht das Rezept notiert habe, nach dem ich gebacken habe. Also habe ich mich wieder auf die Suche gemacht und bin bei Kochbar fündig geworden. Beim Ausrollen des Teigs habe ich gemerkt, daß ich in den Jahren zuvor sicher keine Nüsse verwendet habe. Der Teig ließ sich schwer ausrollen, er war sehr krümelig. Trotzdem habe ich tapfer Kekse ausgestochen, sie mit Marmelade gefüllt und mit Kuvertüre überzogen. Die war aber etwas zu fest, und aus Zeitmangel habe ich sie aufgestrichen. Ungeduldig wurde ich auch schon. Dementsprechend sahen die Kekse auch aus. Erschwerend kam hinzu, daß wir, bis ich endlich ein Foto machte, alle Ischler Krapferl bis auf eines aufgegessen hatten (das dauerte nur ein paar Tage...). Dieses letzte Keks stelle ich jetzt also ins Internet. Ganz unten, ganz klein. Wenn Ihr es nicht anschaut, bin ich auch nicht bös. Na, nur das Foto stell ich rein. Das Keks verschwand gleich nach dem Fotografieren spurlos. Denn es schmeckte, so wie seine Vorgänger, hervorragend!

Zutaten:
240 g glattes Mehl
1 Prise Salz
240 g Butter
140 g Staubzucker
180 g Haselnüsse
1 Msp Zimt
Marillenmarmelade zum Füllen
Kuvertüre (Zartbitter) zum Glasieren
zum Verzieren: Pistazien, Haselnüsse, Mandeln...

Mürbteig zubereiten, ca. 1/2 Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Den Teig ausrollen, Kekse ausstechen, im vorgeheizten Backrohr bei 180 Grad ca. 12 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Jeweils zwei Kekse mit Marillenmarmelade zusammensetzen. Mit der geschmolzenen Kuvertüre die Kekse überziehen, mit Nüssen verzieren. Gut trocknen lassen.



Kleiner krieg' ich es leider nicht hin...

P.S. Das Keks, der Keks? Beides richtig! Oberhalb der Weißwurschtgrenze ist der Keks männlich, unterhalb kann er auch "es" sein. Sowas muß bei uns immer geklärt werden.

Donnerstag, 15. November 2012

Das magische Hühnersüppchen...und die Puppenknödel

Wenn der Winter naht, ist so ein heißes Süppchen schon was feines...ok, es hatte +9 Grad draußen, wir hatten aber trotzdem Lust auf Hühnersuppe. So ein Hühnersüppchen soll ja sehr gesund sein, gut bei Erkältungen und so. Auf jeden Fall schmeckt es mir sehr gut. Und dem Nordlicht auch. Er hat sie sich auch gewünscht. Die "Puppenknödelknöderl" nicht. Die hab' ich mir gewünscht. Er ist ja kein Knödelesser (wundert mich, daß er keine Kartoffeln als Suppeneinlage verlangt hat), und Knödel aus Semmelbröseln oder -würfeln(auf österreichisch "Knödelbrot") findet er besonders komisch. Natürlich stammt das Rezept von Muttern, und so koche ich die Suppe mitsamt den Knödeln schon immer:

Hühnersuppe:
Hühnerfleisch (ich verwende am liebsten Keulen)
Innereien (wer mag! Ich mag gerne Hühnerherzen*)
Wurzelwerk (Petersilie mit Grün, Sellerie, Karotten)
Pfefferkörner
Muskatnuß
1 TL Salz auf 1 l Wasser

Alles in den Topf und ca. 1/2 Stunde köcheln.

Oder: das Gemüse erst in den letzten Minuten dazu, dann verkocht es nicht so.

Oder: das Hühnchenfleisch zusammen mit dem selbstgemachten Suppenpulver (1 TL auf 1 l Wasser) köcheln, und dann am Schluß das Gemüse hinein (vorher abseien, dann ist man das Petersiliengrün und die Pfefferkörner los). Das wurde diesmal eine besonders gute Suppe!

Meine Mutter macht immer eine bräunliche Einbrenn (deutsch: Mehlschwitze), um die Suppe zu verdicken. Ich mag sie eigentlich gern als klare Suppe.

Wenn die Suppe fertig ist, hole ich die Hühnerkeulen heraus und lasse sie auskühlen. Dann mache ich das, was Amelies Vater auch so gerne macht: ich löse das Fleisch mit den Fingern vom Knochen und stecke mir die ersten Stücke direkt in den Mund. Erinnert Ihr Euch? Am Anfang von "Die fabelhafte Welt der Amélie" werden die handelnden Personen vorgestellt, mitsamt ihren Eigenheiten. Sie mag...er mag nicht...und Amélies Vater (Ich glaube, es ist ihr Vater, ist schon ein Weilchen her, daß ich den Film gesehen habe) liebt es, das Fleisch mit den bloßen Fingern vom Knochen zu lösen...

Puppenknödel:
2 Apfeltassen Semmelbrösel (da niemand außerhalb unserer Familie wissen kann, was die Apfeltassen sind, ein Bild zur Erklärung)


also: ca. 250 g Semmelbrösel
8 EL Milch (oder etwas mehr)
3 EL Butter
2 ganze Eier
Salz
Muskatnuß
2 EL Mehl

Semmelbrösel, Milch und Butter schaumig rühren (ja, so erklärte mir meine Mom das. Von "schaumig" kann aber keine Rede sein, finde ich. Also einfach alles verrühren.). Eier, Salz, Mehl und Muskatnuß dazurühren. Rasten lassen. Dann mit nassen Händen kleine Knödel formen (---Puppenknödel!). In Salzwasser sieden, bis die Knödel nach oben schwimmen.
P.S.: Ein "anonymer" Kommentar (zufällig weiß ich, wer es war) stellte das "schaumig rühren" richtig - siehe unten. Und hier gibt es das berichtigte Rezept.

Sonntag, 11. November 2012

Backe, backe, Kuchen

Guido hatte Geburtstag und mag Schokokuchen. Dafür habe ich leider kein idiotensicheres Rezept, denn Schokokuchen backe ich recht selten. Also habe ich meine Backbücher und ein paar Blogs durchsucht, und dann ein Rezept probiert, das Herr lamiacucina in seinem Blog veröffentlicht hat - eine Torta di Mandorle. Sie war sehr schnell fertig und schmeckte schön schokoladig und mandelig. Ich mag die Kombination von Schokolade und Nüssen ganz besonders, das knuspert so schön. Ich schreibe hier nun weder das Rezept auf (das findet Ihr hier), noch stelle ich ein Foto ein, denn so gut wie die von lamiacucina sind meine eh nicht. Aber der Kuchen (scusi, la torta) schmeckt ausgezeichnet.
Ein weiteres Schokokuchenrezept, das ich unbedingt auch probieren möchte, hat Micha gerade veröffentlicht. Dieser Kuchen sieht aus, als würde er süchtig machen...!

Fischfond und Fischsuppe (ein originellerer Titel fällt mir gerade nicht ein)

Letzte Woche habe ich Fischsuppe gekocht. Das ist viel einfacher und schneller als es klingt (eigentlich sogar sehr schnell!). Ich koche nur deshalb selten Fischsuppe, weil ich als Grundlage keinen Fischfond aus dem Glas nehmen will (die enthalten eigentlich immer Geschmacksverstärker, selbst die Bio-Varianten) und kaum mal drandenke, Karkassen (also alles, was beim Filetieren übrig bleibt) zu kaufen. Am Wochenmarkt von St. Gilgen konnte ich Karkassen zu € 2,- das Kilo erwerben. Allerdings habe ich nicht dran gedacht, sie ohne Köpfe zu bestellen. Und alle Augen und Kiemen zu entfernen, war mir dann zu blöd. Ich mache den Fischfond nach einem Rezept von Jamie Oliver ("Kochen mit Jamie Oliver" - eines seiner ersten Bücher, glaube ich). Ich koche gerne nach seinen Rezepten, weil sie eigentlich immer recht simpel sind und super schmecken - sie leben meist von den vielen frischen Kräutern, die er verwendet, ansonsten sind seine Rezepte eigentlich sehr einfach gehalten. Ich mag Rezepte nicht, wo ich eine laaaange Liste an Zutaten brauche und das Rezept in 20 Schritten erklärt ist.

Fischfond (für 3 Liter):
2 kg Fischabfälle (laut JO eignen sich Steinbutt, Seezunge und Seeteufel am besten, außerdem Kabeljau, Barbe, Petersfisch, Scholle und Glattbutt. Nicht so gut seien Gräten von fetten Fischen. Ich habe keine Ahnung, was ich hatte...)
2 Selleriestangen (grob geschnitten)
1/2 Fenchelknolle (grob geschnitten)
1/2 Knoblauchknolle (in feinen Scheiben)
2 getrocknete rote Chilischoten
2 EL Olivenöl
250 ml Weißwein
3 1/2 l Wasser
Saft von 1 Zitrone
6 frische Petersilienstängel
3 Lorbeerblätter
1 Thymianzweig

Gräten waschen, zerkleinern (oder besser schon vom Fischhändler zerkleinern lassen - ich habe sehr gekämpft, meine Messer kamen nicht durch, und auch mit der Geflügelschere war's mühsam).
Gemüse, Knoblauch, Chilis in Öl weich dünsten (darf keine Farbe annehmen), Gräten (und ev. Köpfe) dazugeben, 3-4 Minuten weiterdünsten, den Weißwein angießen und 2-3 Minuten kochen lassen und leicht reduzieren.

Das kalte Wasser angießen, zum Kochen bringen, mehrmals Schaum abschöpfen (das geht gut mit einem kleinen, feinen Sieb).

Zitronensaft und Kräuter dazugeben, 20 Minuten köcheln lassen (immer wieder abschäumen und nicht zu lange köcheln lassen, da die Gräten sonst einen bitteren Geschmack abgeben).

Durch ein Sieb abgießen und abkühlen lassen. Man kann die Suppe gleich weiterverwenden oder sie zu einem Fond reduzieren, das verstärkt den Geschmack.
Den Fond kann man 2-3 Tage im Kühlschrank oder 1-2 Monate im Gefrierschrank aufbewahren.

Fischsuppe:
Mit einem guten Fischfond hat man eine gute Grundlage und kann sich austoben. Ich habe bei meiner Suppe ein bißchen Gemüse (Stangensellerie, Karotten) mitgekocht, dann tiefgefrorene Shrimps hinzugefügt (ich hatte vergessen, sie aufzutauen, das passierte dann in der Suppe) und zuletzt Fischstücke mitgekocht. Ein bißchen Safran und kleingeschnittene Petersilie passten sehr gut dazu. Ich esse die Fischsuppe gerne mit einem guten italienischen Weißbrot (ich bin noch auf der Suche nach einem Rezept für ein lockeres italienisches Weißbrot, meines wird immer zu fest - wer hat eines gepostet?)

Freitag, 9. November 2012

Quiche und Co

Ich liebe Quiche und andere pikante Kuchen. Sie gehören zu den wenigen Dingen, die ich freihändig kochen kann. Im Prinzip kann man in so eine Quiche alles reinhauen, dann Eier und Rahm (ich bevorzuge sauren Rahm) dazu, und fertig. Wer gar keine Zeit oder Lust hat, den Teig selbst zu machen - der Strudel-Mürbteig von Spar eignet sich sehr gut für eine Quiche. Oft steht in den Rezepten Blätterteig, aber ich persönlich mag Blätterteig nicht so gern und mache meistens einen Mürbteig. Heute habe ich einen "Blitz-Tarte-Teig" versucht, aus meinem neuen Kochbuch (das sprang mich vorgestern in Dornbirn einfach an: "Quiches, Cakes und Tartes" von GU). Er machte seinem Namen alle Ehre und war in 5 Minuten fertig. Da ich die ganze Woche unterwegs war, bin ich nicht zum Kochen gekommen, aber heute vormittag fiel mir der Wirsing-Rest im Kühlschrank ein, da habe ich, inspiriert vom neuen Kochbuch, beschlossen, ihn später zuhause in eine Quiche zu packen.

In Dornbirn habe ich auch ein (für mich) neues Restaurant entdeckt - Gabriel's Cucina. Ich habe dort hervorragende Nudeln gegessen und nebenbei in einem italienischen Kochbuch-Schmöker geblättert. Es war sehr dick - vielleicht enthielt es ja alle italienischen Rezepte ;) - und hatte einen langen einleitenden Teil, in dem zum Beispiel das stand:


Sehr sympathisch fand ich auch diesen Text:


Ich brauche auch immer sofort etwas zu essen ;)

Blitz-Tarte-Teig (für eine 28-30 cm Form):

240 g Mehl, 1 TL Backpulver, je 1 Prise Salz und Zucker, 80 ml neutrales Pflanzenöl (ich habe Erdnussöl verwendet) und 80 ml heißes Wasser in eine verschließbare Box geben und gut durchschütteln. Was da herauskommt ist krümelig und muß noch mit den Händen durchgeknetet werden. Dann ohne Ruhezeit ausrollen und weiterverarbeiten.

Mein Teig wurde nicht so geschmeidig wie er auf dem Foto im Kochbuch aussah (aber ich möchte nicht wissen, was da alles getrickst wird) und schmeckte trotzdem gut.

Wirsing-Quiche:
(Mengenangaben sind aus dem Kochbuch, meine Version steht in den Klammern; gerade bei Quiche kann man sich wirklich auf eigene Vorlieben verlassen)

600 g Wirsing (Jule: unbekannte Menge, halt der Rest aus dem Kühlschrank)
3 mittelgroße Zwiebeln (2 kleinere)
1 Knoblauchzehe
150 g gekochter Schinken (eine Scheibe, 5 cm dick)
150 g Edamer (ich habe höchstens die Hälfte verwendet, und es war irgendein Käse, der schmilzt; meist verwende ich geriebenen Emmentaler)
3 EL Öl
Salz

3 Eier (4)
250 g Sahne (Sauerrahm - ich mag keine Quiche mit Schlagobers)
etwas Milch
Muskat

Den Teig ausrollen und in die Form geben, mit der Gabel mehrmals einstechen und bei 200 Grad (Umluft 180) 10-15 Minuten backen.

Inzwischen Zwiebeln, Knoblauch und Schinken in Öl anbraten, Wirsing (in Streifen geschnitten) ca. 5 Minuten mitbraten. Auf dem Teig verteilen, salzen.

Käse darauf verteilen (gerieben oder in Streifen geschnitten oder grob zerteilt, je nach Laune).

Eier und Rahm vermischen, ev. etwas Milch hinzufügen (wenn die Mischung zu dickflüssig ist), salzen, über den Wirsing gießen. Mit Muskat würzen.

30-45 Minuten backen. Ich verwende bei Quiches gerne die Funktion "Intensivbacken" (170 Grad), das hat sich bewährt, wenn viel Flüssigkeit gebacken werden muß. Sonst 200 Grad Ober- und Unterhitze oder 180 Grad Umluft.



Oft mache ich eine Lauchquiche mit oder ohne Speck/Schinkenwürfel (dafür den Lauch in Scheiben geschnitten ein paar Minuten in Salzwasser kochen) oder eine Quiche mit Mozarella und Tomaten (dann natürlich ohne weiteren Käse).
Und was sagt mein Nordlicht, der sich seit Jahren beharrlich weigert, Quiche und Co gut zu finden, weil das doch komisch ist, so ein Kuchen, der dann nicht süß ist? "Sensationell"! Woher der plötzliche Sinneswandel kommt, weiß ich nicht. Aber in Zukunft kann ich wohl öfter Quiche backen und muß sie nicht alleine essen. Vielleicht krieg ich das bei Risotto auch noch hin?

Freitag, 2. November 2012

Grüne Tomaten

Gestern kam es mal wieder zu einer kleinen Kochorgie in meiner Küche. Das passierte einfach so. Ich wollte ja nur die grünen Tomaten verkochen, die mir meine Mutter mitgegeben hatte, bevor sie nach Indien (jawohl, Indien!) aufgebrochen war. Da entdeckte ich die Sellerieknolle, die ich vor zwei Tagen geerntet habe. Sie ist so schön geworden! Das merke ich extra an, weil mir drei von sechs Knollen verfault sind (ich weiß nicht, was ich da falsch gemacht habe!), zwei weitere habe ich frühzeitig geerntet, die waren noch recht klein und hatten viiiiele Wurzeln. Diese Knolle aber ist schön groß geworden (im Herbst gab es noch einen echten Wachstumsschub) und sie hatte kaum Wurzeln...


Als ich sie saubermachte, musste ich an meine Freundin Irene denken, die mir vor ein paar Tagen von ihrer Sellerieknolle vorgeschwärmt hatte (ab einem gewissen Alter redet man unter Freundinnen nicht mehr über Jungs, sondern über Gemüse). Sie meinte außerdem, daß sie auch die vielen kleinen Wurzeln verwendet, deshalb dachte ich, daß ich eine Suppenbasis daraus kochen könnte (und aus den diversen Gemüseresten, die da so im Kühlschrank herumlagen). Aus den grünen Tomaten wurde ein Chutney, und als Suppe und Chutney vor sich hin köchelten, habe ich ein Nachmittagsessen gekocht (bei uns gibt es kein Mittagessen und, seit ich es mit Dinnercancelling versuche, auch kein Abendessen mehr...). Ich habe mich von einem Mittagessen in Salzburg inspieren lassen, da gab's Fisch mit einem Rote Rüben-Grünkerngemüse, das war richtig gut, also habe ich es heute ausprobiert. Ich hatte zwar kein Rezept, und wir hatten keine Lust auf Fisch, also wurde es Fleisch und das Gemüse dazu (uije, Jule kocht ohne Rezept - sehr gefährlich). Und was sich sonst noch so im Kühlschrank fand und wegmusste, aber nicht in die Suppe sollte.

Gemüsesuppe:
Eigentlich ist es ein Gemüsefond, und ich verwende ihn für Risotto, Eintopf, und alles, was sonst noch Geschmack braucht. Man kann im Prinzip alles verkochen, was man gerade da hat, auch die Gemüsereste (Strunk, Zwiebelschalen,...). Eine andere Variante findet Ihr hier und das Rezept für die getrocknete Gemüsesuppe hier.

Diesmal habe ich verwendet:
Knollenselleriewurzeln, etwas Stangensellerie, eine Wurzelpetersilie und deren Grünzeug, zwei Karotten, eine Zwiebel, Knoblauch, den Strunk und die äußeren, nicht mehr so schönen Blätter eines Wirsings, ein paar Zweige Thymian, 3 Nelken, je 10 Pfefferkörner und Wacholderbeeren, Salz.

Ich habe recht wenig Wasser genommen, das Gemüse war gerade bedeckt, und habe alles 1,5 Stunden gekocht. Dann das Gemüse rausgesiebt und - fertig. Der Fond steht jetzt im Kühlschrank - da hält er sich ein paar Tage. Da sollte ich wohl demnächst ein Risotto machen...Sonst kann man ihn gut einfrieren.

Tomatenchutney:
Das Rezept habe ich aus einem GartenFlora und habe es etwas abgewandelt, da ich keine grünen Paprika aus Spanien kaufen wollte und keine grünen Chilis bekommen habe.

Originalrezept:
1 kg grüne Tomaten, 300 g Äpfel, 250 g Zwiebeln, 200 g grüner Paprika, 3 grüne Chilis, 3 EL Olivenöl
500 ml Wasser, 400 ml Weißweinessig, 175 g brauner Zucker, 2 EL Senfkörner, 1 EL Salz, 1 EL feingeschnittener Ingwer

Ich hatte:
360 g Tomaten, 1 kleinen Apfel (ca. 100 g), 1 Zwiebel, 2 grüne Pfefferoni, und von allem anderen ca. 1/3 der Menge.

Zwiebeln in Öl glasig dünsten, Gemüse und Obst (alles fein gewürfelt) dazu und mit den restlichen Zutaten aufgießen; offen bei milder Hitze etwa 1 Stunde köcheln lassen, bis die Masse angedickt ist. Heiß in Gläser füllen*. Passt gut zu frischem Brot oder zu Fleisch- und Fischgerichten.

*Für alle, die noch nie Marmelade oder Chutney gekocht haben: Ich sterilisiere die Gläser, indem ich sie mit kochendem Wasser ausspüle (ich stelle sie dazu in die Spüle). Zum Befüllen mit der Marmelade oder dem Chutney stellt man sie auf ein feuchtes Tuch. Wenn man sie mit einem Schraubdeckel verschlossen hat, braucht man sie nur noch umzudrehen, dann ist der Deckel auch gleich sterilisert. Früher habe ich die Gläser in einem großen Topf ausgekocht, aber die andere Variante funktioniert genauso - mir wird nie eine Marmelade schimmlig.

Minutensteaks, Gemüse aus roten Rüben, Grünkern und Granatapfelkernen und Reste aus dem Kühlschrank (toller Rezepttitel. Vielleicht sollte ich es auf Französisch übersetzen, dann klingt es sicher nach einem Haubenmenü):

Die rote Rübe putzen und mit der Haut weich kochen - das dauert ca. 30-45 Minuten. Nur vorsichtig mit einem spitzen Messer testen, ob die Rübe weich ist, sonst "blutet" sie aus. Danach abschrecken bzw. etwas auskühlen lassen, dann lässt sich die Haut mit einem Messer abkratzen.

Grünkern weich kochen - ich habe die Körner gleich in etwas Gemüsefond gekocht, darüber habe ich im Bambuskörbchen Karotten und Pastinaken gedämpft.

Rote Rübe kleinschneiden und mit Grünkern vermischen, salzen, einen Schuß Essig dazu und die Granatapfelkerne (das war mein erster Granatapfel - man verwendet nur die Kerne, und zwar roh. Granatapfel durchschneiden und die Kerne rauslösen).

Minutensteaks braten und aus der Pfanne nehmen (ich habe sie dringelassen, und natürlich wurden sie dann zu trocken). Karotten, Pastinaken und Champignons in die Pfanne geben und kurz durchrühren, salzen und pfeffern.




Wieder zwei unscharfe Fotos. Ich blicke schon ganz neidisch auf diverse Foodblogs, die so im Internet kursieren. Andere BloggerInnen schaffen es, alles hübsch anzurichten und dann auch noch gute Fotos zu fabrizieren. Das Auge ißt ja mit. Aber meine Freunde wissen zum Glück, daß es bei mir trotzdem gut schmeckt. Oder?

Eiweiß einfrieren!

Kein Scherz! Eiweiß kann man einfrieren! Ich weiß das erst seit heute. Ich wollte eigentlich nachlesen, ob man Plunderteig einfrieren kann (kann man, denke ich, denn Blätterteig kann man einfrieren, und Plunderteig ist im Prinzip eine Blätterteig-Variante), da habe ich das im uralten "Backvergnügen wie noch nie" (Verlag Gräfe und Unzer) gefunden:

Eiweiße:
geeignet: sehr gut
haltbar: 10 Monate
Beim Einfrieren bedenken: das Eiweiß leicht verquirlen, ohne Salz einfrieren
Beim Auftauen bedenken: Im Kühlschrank über Nacht auftauen lassen
Ratschläge zum Verwenden: wie frisches Eiweiß zu Schnee schlagen

Super Sache! Vorbei die Zeiten, wo ich verzweifelt übriggebliebenes Eiweiß zu Spanischem Wind verarbeite oder es ewig im Kühlschrank rumsteht, um dann irgendwann (Schande, ich weiß) weggeschmissen wird. Ab sofort wird Eiweiß in Jules Gartenküche eingefroren. Das erste wanderte soeben in den Gefrierschrank. Da hätte ich auch früher draufkommen können...

Donnerstag, 1. November 2012

Artischocken überwintern

Artischocken kann man überwintern! Super! Hätte ich das nur vor 2 Tagen gelesen, bevor ich meine ausgerissen und in die Biotonne geworfen habe! Dabei habe ich ja die Bibel des Gemüseanbaus (das Arche Noah Handbuch Bio-Gemüse von Andrea Heistinger), da hätte ich nur nachschauen müssen!!! Nun ja, zu spät. Pflanz ich halt im nächsten Jahr eine neue und überwinter die dann. Oder besser zwei, denn so viele Artischocken kann man von einer Pflanze nicht ernten. Zwei Rezepte habe ich dieses Jahr ausprobiert, nachzulesen hier und...oh, das zweite habe ich nicht veröffentlicht. Da hatte ich eigentlich Gurken eingelegt, und dann habe ich die letzten Artischocken auch gleich noch in ein Glas verfrachtet. Ich werde sie nachher gleich mal aus dem Keller holen, sie konnten jetzt lange genug durchziehen...

Seit vorgestern bin ich stolze Besitzerin dieses genialen Kälteschutztunnels.

Mieze findet alle Gartenaktivitäten hochinteressant



Genial deshalb, weil er in 5 Sekunden auseinandergefaltet (und später auch wieder zusammengefaltet!) ist, und in ein paar Minuten mit den mitgelieferten Heringen verankert. Ich habe also vorgestern den Schnee vom Salat entfernt...und er hat's überlebt! Vorhin habe ich gerade einen Blick in den Tunnel geworfen, Salat und Wurzelpetersilie geht's gut, und der Stangensellerie liegt da drin zum Lagern und sieht auch noch gut aus (den sollte ich allerdings, wenn es kälter wird, vielleicht doch zusätzlich noch abdecken). Über den Stangensellerie, den ich noch an Ort und Stelle im Beet gelassen habe, habe ich ja schon berichtet...

Montag, 29. Oktober 2012

Herbstwinter

Es gibt eine neue Jahreszeit - den Herbstwinter...



Ich habe wieder etwas Neues probiert, heute hat das besser geklappt :-)
Am Samstag haben wir am Markt Fisch gekauft (Saiblingsfilets), die habe ich heute gebraten (ich mag sie gerne in Mehl gewendet und dann recht kross gebraten) und dazu Belugalinsen mit Spinat und pochiertem Ei (inkl. Reis) gekocht. Ich liebe Belugalinsen und bin immer auf der Suche nach Rezepten. Ich habe die paar Mangoldblätter gepflückt, die noch im Hochbeet unter dem Schnee waren und mich ansonsten brav ans Rezept gehalten (ein Küchendesaster wie gestern will ich nicht wiederholen). Auch das pochierte Ei (mein erstes!) wurde ganz gut, vielleicht nicht so hübsch wie bei der Wilden Henne, sondern etwas zerfetzt, aber es schmeckte nach Ei (und ein bißchen nach Essig. Vielleicht gehört das so, vielleicht habe ich auch zuviel Essig ins Kochwasser gegeben). Ach, und den Wirsing von gestern gab's natürlich auch noch dazu. Auch wenn er nicht so perfekt war...Er muß weg. Foto veröffentliche ich keines, denn so appetitlich wie bei der Wilden Henne sah es nicht aus, da muß ich wohl noch etwas üben.

Cantuccini und das Haselnussknöpfli-Desaster

Inspiriert von diesem Blog, in dem es meistens mehr ums Nähen und um die Kinder, als ums Backen und Kochen geht, habe ich gestern Cantuccini gebacken. Ich verwende folgendes, sehr leckeres und idiotensicheres Rezept:

2 ganze Eier, 2 Dotter
200g Kristallzucker
eine Prise Salz
200 g ganze, ungeschälte Mandeln (oder einen Teil gemahlen)
300 g glattes Mehl (bei Dinkelmehl 1 Ei mehr verwenden)
1 Messerspitze Backpulver

Eier, Dotter, Zucker und Salz schaumig rühren, Mehl und Backpulver einrühren und dann die Mandeln unterheben.

3 gleich große Rollen formen* und aufs Backblech (mit Backpapier) legen, bei 170 Grad 35-40 Minuten backen.
Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen (damit man sie angreifen kann), in Stücke schneiden und diese noch 5** Minuten ins auskühlende Rohr geben.

* Solche Anweisungen finde ich immer klasse. Wer die Cantuccini nachbäckt, weiß, warum. Der Teig ist nämlich sehr zäh, und von "Rollen formen" kann keine Rede sein. Ich verteile den Teig mit einem Teigschaber auf drei Portionen auf dem Backblech und streiche die dann irgendwie zurecht. Das sieht dann so aus:


Gebacken, vor dem Schneiden (diesmal etwas blass):


und ganz fertig:



** Wie lange man sie beim zweiten Mal bäckt, hängt davon ab, wie hart man sie haben möchte. Ich persönlich mag sie lieber etwas weicher, aber, wenn man sie härter bäckt, halten sie sicher länger. Obwohl - lange halten tun sie eigentlich eh nie ;)

Als die Cantuccini im Ofen waren, habe ich mehrere Dinge gleichzeitig begonnen. Das war schon der erste Fehler (angeblich sind wir Frauen ja multi-tasking, aber auch das hat seine Grenzen). Die beiden Eiklar, die von den Cantuccini übrig waren, habe ich mit 130 g Zucker vermischt und Spanischen Wind daraus gemacht. (Sie bleiben EWIG im Ofen bei niedriger Temperatur, so 50 oder 60 Grad. Da ich immer wieder nachgeschaut habe und die Zeit verlängert, weiß ich echt nicht, wie lange das gedauert hat).

Wiederum inspiriert von einem Blog habe ich Haselnussknöpfli mit Meerrettich-Birnen-Wirsing ausprobiert. Das sah so gut aus in dem (sehr schönen) Blog! Ist es sicher auch! Zu meiner Verteidigung kann ich sagen, daß ich a) zum ersten Mal in meinem Leben (ja, wirklich!) Knöpfli, Spätzle oder ähnliches gemacht habe (äh, versucht habe, zu machen), und daß es mir b) am passenden Utensil zur Spätzle-Erzeugung fehlt (keine flotte Lotte, Kein Spätzle-Sieb, nur ein paar andere Siebe, die sich als völlig ungeeignet herausstellten). Für den Wirsing hatte ich keinen frischen Kren, sondern nur ein Gläschen (und da habe ich zuviel rausgelöffelt!), und Obers hatte ich auch nicht, nur Sauerrahm. Also, was soll ich sagen - ein Desaster. Ein paar Knöpfli waren essbar, ich bezweifle allerdings, daß die so gedacht waren. Der Wirsing war ganz ok und wäre sicher super gewesen, wenn ich nicht...siehe ein paar Zeilen weiter oben. Mein Nordlicht nahm's gelassen: "Mit Spätzle kannst Du mich eh nicht fangen".Er ist halt halt doch kein Spätzle-Nockerl-Knödel-Esser. Ich mag sie schon, kann aber auch ohne leben. Somit fehlt es mir etwas an Ehrgeiz, das richtig zu lernen. Es gibt Dinge, die kocht man sich halt nicht selbst, sondern ißt sie nur im Restaurant. Das Wirsing-Rezept werde ich mir aber merken und das nächste wirklich nach Anleitung machen. Wär doch gelacht! Ein halber Wirsing-Kopf wartet ja noch im Kühlschrank.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Wintereinbruch

Gestern abend kam er...der Winter. Mit immerhin so 10 cm Schnee. Tigerchen machte ihre erste Jagd auf Schneeflocken bereits am Abend, Miezes diesjährigen Erstkontakt mit dem Schnee konnten wir nicht beobachten. Wir nutzten die eine Stunde, die die Nacht aufgrund der Zeitumstellung länger dauerte. Länger schlafen, mmmh! Ich ärgerte mich bereits gestern abend, daß ich den Kälteschutztunnel noch nicht gekauft habe. Ich bin gespannt, wie der Salat ausschaut. Kälte kann er ja aushalten (ich habe die beiden Salatmischungen Misticanza und Oriental Mix von Reinsaat), aber ob er unter dem feuchten Schnee nicht umknickt? Eines der Stangensellerie-Experimente ist ziemlich missglückt. Der Schnee hat ihn erdrückt. Ich schau mir nachher mal alles an. Wenn noch was lebt, gibt es zur Belohnung morgen den Kälteschutztunnel. 
Die folgenden Fotos sind aus sicherer Entfernung aus dem warmen Wohnzimmer heraus aufgenommen. Ist ja schließlich kalt draußen...

Hier irgendwo ist der Pflücksalat


Stangensellerie im Winter


Artischockenblüte mit Schneehaube
P.S.: Jetzt war ich doch schon mal kurz draußen, weil mir die Tomaten eingefallen sind! Habe schnell die letzten gepflückt, die da so tapfer ausgeharrt haben. Fast alle sind in den letzten warmen Tagen noch rot geworden!