Freitag, 31. August 2012

Gemüsesuppe II - Getrocknetes Suppenpulver

Ein super Rezept, daß ich von zwei lieben Freundinnen meiner Mutter (zwei Schwestern mit einem beneidenswerten Gemüsegarten inkl. Hühnerstall) bekommen habe, ist diese getrocknete Gemüsesuppe:

Zutaten:
4oo g Zwiebeln, 3oo g Karotten, 8o g Lauch, 3oo g Tomaten, 2oo g Sellerie, 6o-8o g Meersalz (Steinsalz), 2o g frische Petersilie.

Zubereitung:
Das geputzte und vorbereitete Gemüse grob schneiden und faschieren. Gut mit Salz vermischen und auf mit Backpapier oder einer Silikonmatte ausgelegte Backbleche mithilfe einer Winkelpalette oder Tortenschaufel dünn aufstreichen. Im vorgeheizten Backrohr bei 75-85°C und leicht geöffneter Ofentür ca. 4 Stunden trocknen (kann je nach Flüssigkeitsgehalt des Gemüses auch länger dauern).
Die getrocknete Platte von Hand grob zerkleinern und in einer ausgedienten Kaffeemühle oder einer Küchenmaschine fein reiben. Gut verschlossen aufbewahren.

Tipps:
Selbstverständlich können auch andere frische Kräuter wie Liebstöckel, Thymian, Mayoran, Basilikum oder Sellerieblätter mitgetrocknet werden. Fein gemahlene Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Wacholderbeeren und Muskatnuss sowie fein geschnittene Paprikaschoten, gelbe Rüben, Petersilienwurzeln, Fenchel, Oliven und Kapern können eine zusätzliche feine Geschmacksnote bilden.Für 1 Suppentasse benötigt man ca. 1 TL Pulver.
Das Pulver eignet sich sehr gut zum Würzen von Suppen, Soßen und Marinaden.

Ich habe das Rezept noch ein bißchen abgewandelt, da ich nach dem letzten Gemüsesuppen-Kochen so viel Grünzeug von der Wurzelpetersilie und dem Stangensellerie hatte, dafür aber andere Zutaten gefehlt haben. Und ich wollte das alles nicht in die Biotonne werfen. Leider habe ich in meinem kleinen Garten keinen Komposthaufen. Noch nicht. Mir wird schon was einfallen, und wenn's ein Kunststoff-Komposter wird, aber irgendwas muß her.

Mein erstes getrocknetes Suppenpulver besteht also aus Zwiebeln, Karotten, Stangensellerie, Sellerie- und Petersiliengrün und Meersalz. Welche Kräuter ich dazugegeben habe, habe ich mittlerweile vergessen, wahrscheinlich Thymian und Ysop. Es ist wirklich ganz leicht herzustellen und ich habe es schon mehrfach zum Würzen verwendet - sehr gut!!!
Die Karotten stammten - bis auf diese eine - nicht aus meinem Garten.

Samstag, 25. August 2012

Antipasti III - Artischocken, Auberginen, Steinpilze

Mein erstes Mal...und vielleicht auch mein letztes, denn diese Mini-Menge Steinpilze (200 g) kostete satte € 8,-


Aber als Vorspeise oder Zwischengericht für 2 Personen sehr gut. Ich habe sie in Olivenöl mit Meersalz bei mittlerer Hitze ca. 3 Minuten gebraten, dann kommt kleingeschnittener Knoblauch dazu (1 Zehe bzw. nach Geschmack), nochmal 1 Minute braten und mit Pfeffer würzen. Auf Tellern anrichten, mit Petersilienöl (2 EL Öl und 1/4 Bund Petersilie im Mixer püriert)  beträufeln und mit Parmesanspänen bestreuen.

ca. eine Handvoll Parmesan

Antipasti II - Artischocken, Auberginen und Steinpilze

Am Freitag war ich in Allhaming beim Biohof Fairleben zum Buschenschank und Ab-Hof-Verkauf und habe diese wunderschönen Auberginen gekauft (da meine beiden Pflanzen noch nicht so weit sind, mir ihre Früchte zu geben).


Das ist so gut wie selbstgeerntet ;)
Da wurden die Auberginenröllchen gleich noch besser als mit gekauften Auberginen :)


Die Auberginenscheiben werden in Olivenöl auf beiden Seiten angebraten und auf Küchenpapier gelegt, dann gesalzen und gepfeffert. Dann legt man auf jede Scheibe eine dünne Scheibe Jausenspeck und bestreicht sie mit der Fülle.


Fülle:
1 Knoblauchzehe, 15 g Pinienkerne, 2 EL Parmesan, 1/2 Bund Petersilie, gleiche Menge Basilikum, alles im Mixer zerkleinern und ein paar EL Olivenöl unterrühren.

Einige Tomaten zerkleinern (ich mache mir nie die Mühe, sie zu häuten), in einer Auflaufform verteilen und mit Salz, Pfeffer und Oregano würzen. Die Auberginenröllchen draufsetzen


und bei 180° ca. 20-25 Minuten schmoren.

Sehr, sehr lecker!!!

Antipasti I - Artischocken, Auberginen und Steinpilze

Ohne wirklich zu wissen, was genau daraus wird, habe ich im Frühling bei Arche Noah unter anderem eine Artischockenpflanze gekauft. Ich meine, ich weiß schon, wie Artischocken aussehen, ich habe auch schon welche gegessen (und sogar vor Jahren mal zubereitet) - aber was für eine Pflanze daraus wird, das wußte ich nicht, und wieviele Artischocken man dann ernten kann (und ob sie in meinem Hochbeet auf der Wetterseite des Hauses, wo die Sonne erst ab Mittag hinkommt, überhaupt etwas wird!!!). Also, ich kann gewisse Erfolge vermelden. Die Pflanze ist ziemlich gewachsen und hatte bis gestern immerhin 3 pflückenswerte Knospen:


Und sie hat riesengroße Blätter. Und ich habe noch ein oder zwei winzigkleine Knospen entdeckt, vielleicht werden die noch was!

Ich habe die drei kleinen vorwitzigen Knospen also gepflückt und als "Carciofi alla toscana" zubereitet. Das geht so:

Die harten Außenblätter entfernen, die Stiele kürzen und das obere Drittel der Blätter abschneiden.



Die Artischocken in kaltes Wasser mit dem Saft einer Zitrone legen.


2 Knoblauchzehen, 1/2 Bund Petersilie und 1 Scheibe Räucherspeck fein hacken. Ich habe auch die geschälten Stiele der beiden kleinen Artischocken dazugegeben.

Die Artischocken werden in dem Zitronenwasser etwa 10 Minuten gekocht. Nachdem sie etwas abgekühlt sind, kann man die Blätter auseinanderbiegen und das Heu in der Mitte mit einem Löffel entfernen. Vorsichtig, sonst geht's Euch so wie mir mit der gößeren Artischocke:


Dann die Füllung in der Mitte und zwischen den Blättern verteilen. Die große Artischocke habe ich mit Nadeln geflickt:


Die Artischocken in einen Topf mit Deckel setzen, salzen und pfeffern, mit Olivenöl beträufeln und zugedeckt im vorgeheizten Backofen (190°) garen. Dann ein paar EL Weißwein angießen und 25-35 Minuten schmoren. Die Artischocken sind fertig, wenn sich die Blätter leicht herausziehen lassen.

Tja, und wie ißt man Artischocken? Man zieht die Blätter einzeln heraus und lutscht den unteren Teil der Blätter aus. "Das schmeckt ja, als würde man auf einem Kaktus herumkauen" - kam der Kommentar von der anderen Seite des Esstischs. Ich muß ihn wohl mal nach diesbezüglichen Erfahrungen fragen...  Die inneren, weichen Blätter kann man auch ganz essen, ebenso den Artischockenboden. Man sollte nie den Fehler machen, zu glauben, daß man kleinere Formen ganz essen kann (besonders nicht in feinen Mailänder Restaurants). Denn sonst blamiert man sich, wenn dann die Artischocke im Mund immer mehr und mehr wird, je länger man sie kaut...

Gut zu Artischocken ist eine leicht saure Joghurt-Rahm-Kräuter-Sauce mit Zitronensaft oder auch nur Zitronensaft.

Antipasti - Artischocken, Auberginen, Steinpilze

Um Lust auf die nächsten Rezepte zu machen...

Freitag, 24. August 2012

Sommerwarme Tomaten!

Ich hatte gerade ein unglaubliches Geschmackserlebnis, als ich ein paar Tomaten vom Strauch gepflückt habe und sie zusammen mit Mozzarella verspeist habe, denn sie waren reif und sonnenwarm, und ihr Aroma hat sich voll entfaltet! Die Tomaten stehen an der einzigen Stelle in unserem Garten, wo sie gleichzeitig genug Sonne abkriegen (Südseite) und halbwegs geschützt vor Regen sind (Dachvorsprung). Trotzdem hat die "Grüne Zebra" leider die Braunfäule bekommen, aber ich hoffe, daß wir die Früchte noch genießen können (sie sind noch nicht reif), denn die "Grüne Zebra" ist eine besonders leckere Sorte, finde ich!

So, angesichts der Hitze geht es jetzt ab an den See! Im Gepäck etwas von dem Sommersalat. 





Donnerstag, 23. August 2012

Leichte Sommerküche nach einer Woche mit schwedischen Leckereien

IKEA lässt grüßen!

Ich hätte es nicht gedacht, aber die Schweden essen wirklich Köttbullar, Shrimpsbrote, graved Lachs, Knäckebrot und Punschrullen.



Die ersten Köttbullar! Erstanden in einer Markthalle
Das beste Knäckebrot, daß ich jemals gegessen habe
Und ich Idiot habe nur eines gekauft!!!
Das vierte grüne Röllchen liegt schon auf unserem Teller!
Man bekommt diese Leckereien an jeder Ecke. Nicht nur in Touristenhochburgen! Und der Sill, den man im Supermarkt kaufen kann, ist (wenn ich mich richtig erinnere) die gleiche Marke wie bei IKEA.


Es war unsere erste Woche in Schweden und wir (mein Freundin Silke und ich) sind ab sofort Schwedenfans!!! Nicht nur wegen des Essens :) sondern auch wegen der vielen roten Häuschen, des schwedischen Designs und wegen der unglaublich freundlichen Schweden. 

Der einzige Wehrmutstropfen - Schweden ist teuer! Man kann zwar günstig wohnen, aber das Essen...vom Alkohol gar nicht zu reden. Es wurde eine fast alkoholfreie Woche. Am letzten Tag haben wir noch die Saluhallen im Stadtteil Östermalm besucht. Da habe ich zwei belegte Brötchen gegessen. Die kosteten unglaubliche 303 Kronen, das sind ca. € 36! Vor lauter Schreck habe ich vergessen, sie zu fotografieren, wie sie da so schön in trauter Zweisamkeit auf meinem Teller lagen. Ich hatte eines von diesen Shrimpsbrötchen:


mit zugegebenermaßen sehr hochwertigen Shrimps, für 198 Kronen und ein günstigeres ;) mit Sill. Der teuerste Imbiß, den ich jemals hatte. Aber wenigstens haben sie sehr gut geschmeckt.

Besonders haben es uns Kanelbullar und Co angetan. Es gibt in Stockholm viele extrem lässige Cafès, sehr liebevoll gestaltet, mit meist super Espresso und einer wunderschön gefüllten Kuchenvitrine. 

Die Bäckerei am Bahnhof(!)

Kanelbullar
Die Dinger mit viel Kardamom (deren Namen ich vergessen habe)
Deshalb ist ab heute leichte Sommerküche angesagt...Ich habe also zwei Salate gemacht, einen mit Bulgur, einen mit schwarzen Linsen.

Ich liebe Belugalinsen! Besonders lecker sind sie als Salat (20 Minuten vorgekocht), diesmal mit allem, was gerade reif war im Garten (1 Woche unbeobachtet hat das Gemüse einen Wachstumsschub bekommen!!): Tomaten ("Bulgarisches rosa Herz" - die sind besonders gut! und "Russisches Äpfelchen"), Gurke, Winterheckezwiebeln, Pastinaken (Stolz! meine ersten eigenen! Ich habe sie kurz gedämpft), Paprika, Knoblauch, Petersilie, Basilikum, Olivenöl, Zitrone, Balsamessig, Salz, Pfeffer
Sehr gut passt auch gedünsteter Fenchel! 
Das klingt jetzt vielleicht nicht besonders aufregend, schmeckt aber unglaublich lecker!

P.S.: in einer Großstadt auf 14 Inseln muß man kreativ bleiben - Platz für einen Kräutergarten ist überall!



Dienstag, 14. August 2012

Ich hab's noch mal getan!!!

Nach dem großen Erfolg mit dem Zwetschgenfleck (ich wurde übrigens mehrfach darauf aufmerksam, daß ich ehebedingt bereits eingedeutscht bin, denn österreichisch schreibt sich die Zwetschge mit "k") habe ich mich über meinen zweiten Plunderteig gewagt. Diesmal habe ich mich - nach einem Rezept von Homemade - über Mohnkronen, Nußschnecken, Powidltascherl und Pudding-Plunder getraut:



Ich weiß zwar nicht genau, wie Homemade die Butter in den Gefrierbeutel bekommt (siehe Rezept in ihrem Blog), ohne eine Schweinerei zu veranstalten, aber dafür ist die Butter nach der Zeit im Kühlschrank schön rechteckig, und man kann sie ganz elegant aus dem Sackerl schneiden und auf den Teig legen.

Die Plunderdingelchens schmecken sehr, sehr lecker! Es zahlt sich wirklich aus, das mal selbst zu machen!! Allerdings haben mich vier Sorten dann doch etwas überfordert, das nächste Mal mache ich nur zwei. Meine Favoriten sind die Mohnkronen und die Nußschnecken - beide sind echt schnell und einfach geformt!

Sonntag, 12. August 2012

Marinas lila Erdäpfelkäs'

Meine Freundin Marina liebt die Farbe lila, daher habe ich ihr meinen Erdäpfelkäs' gewidmet.


Obwohl ich nicht weiß, ob sich ihre farbliche Vorliebe nur auf Kleidung oder auch auf Nahrungsmittel bezieht...

Das Rezept habe ich natürlich auch nicht erfunden, es gibt viele Varianten, ich habe Zwiebeln und Kümmel angedünstet, die Erdäpfel (am Vortag gekocht und über Nacht im Kühlschrank gelagert - das soll verhindern, daß sie verkleistern) mit der Gabel zerdrückt, ein paar Eßlöffel Sauerrahm (saure Sahne), Salz, Pfeffer, Petersilie dazugegeben - et violà.

Die Erdäpfel haben wir (bzw. mein Mann - als Nordlicht liebt er Kartoffeln, und ist deshalb für deren Aufzucht und Ernte zuständig) am oberen Rand unserer kleinen Böschung hinter den Gräsern gepflanzt. So nach und nach werden sie nun aus der Erde geholt.




Freitag, 10. August 2012

Gemüsesuppe I

Nicht, daß ich glauben würde, irgendjemandem erklären zu müssen, wie man Gemüsesuppe kocht. Außer vielleicht so jemandem wie mir vor etlichen Jahren, als ich erst richtig zu kochen begonnen habe (mit "richtig" meine ich, ohne eine Schachtel aufzureißen oder eine bereits gewürzte Fleisch-Gemüse-Pfanne zum Selberbraten im Supermarkt zu kaufen). Damals habe ich mir ein Jamie Oliver-Kochbuch gekauft, und seither koche ich in unregelmäßigen Abständen "seine" Gemüsesuppe in großer Menge (habe mir dafür einen extra großen Topf gekauft), um sie einzufrieren und als Basis für leckere Suppen, Risotto oder was-auch-immer zu verwenden (Ich mag einfach keine Suppenwürfel!!!). Diesmal haben ein paar Zutaten gefehlt, weil ich möglichst nur Gemüse aus dem Garten verwenden wollte, und keinen Lauch angebaut habe und einen späten Fenchel, der noch längst nicht zu ernten ist. Mit Zwiebeln hapert's auch etwas, aus meinen 2 Reihen sind nur 2 Zwiebeln was geworden...Um etwas Positives schreiben zu können: mein Knollensellerie hat eine handliche 2-Personen-Haushalt-Größe erreicht:


Donnerstag, 9. August 2012

Plunder oder nicht Plunder - that's the question

Er haut mich um!! Der Zwetschgenfleck ist genauso geworden, wie ich ihn mir vorgestellt habe! Mein Mann meinte heute in der Früh schmunzelnd: "Anfängerglück". Ich glaube zumindestens, daß er geschmunzelt hat, denn ich lag noch im Bett und hatte keine Brille auf, als er zur Arbeit fuhr...


Ob sich der Plunderteig gelohnt hat, weiß ich jetzt wieder nicht.

Mittwoch, 8. August 2012

Zwetschgenfleck

Okay, das ist jetzt ziemlich geschummelt. Denn diesmal kommt gar nichts aus meinem Garten. Ich hatte nur einfach Lust, einen Zwetschgenfleck zu backen, so einen wie aus der Konditorei, mit dünnem Teig und ganz vielen Früchten und dann noch Tortengelee obendrauf! Beim googeln fiel mir dieses Rezept der Konditorei Baumgärtner in Gmunden in die Hände:


Ui, das ist jetzt definitiv zu klein...ich muß mit dem I-Pad wohl noch ein bißchen üben. Morgen gibt es das Rezept dann auch lesbar. Heute bin ich schon etwas müde. Der Plunderteig war doch eine Herausforderung! Bisher hatte ich mich nie d'rübergetraut, aber im Moment habe ich URLAUB, und zwar einen Monat :)) und da habe ich Zeit und Muße für solche Experimente. Jetzt ist der Kuchen fertig und sieht so aus:


Ich erzähle morgen, wie er geworden ist. Vielleicht haut er mich um. Vielleicht hat sich der Aufwand mit dem Plunderteig aber auch nicht gelohnt, und das nächste Mal wird's wieder ein normaler Germteig...
Ich schneid ihn jetzt mal an ;)

Schneckenschutz

Natürlich würden die hiesigen Nacktschnecken (es sind so viele!!! Es regnet aber auch sehr oft dieses Jahr...) auch mein Gemüse abfressen, selbst im Hochbeet (habe ich gelesen), wenn ich keinen Schneckenschutz hätte. Ich habe mir meine zwei Hochbeete von einem Tischler anfertigen lassen, weil unser Garten nicht sehr groß ist, und ich daher Sondermaße brauchte. Den Schneckenschutz hat er mitgeliefert, er hat ihn von einem Spengler anfertigen lassen, das hat nicht viel gekostet, und ich habe ihn unter dem Ablagebrett montieren lassen.



Funktioniert prächtig! Wenigstens dieses Problem ist ausgeräumt. Was es sonst noch so an Mistviechern gibt, die es auch ins Hochbeet schaffen, lerne ich so nach und nach...

Dienstag, 7. August 2012

Indisches Brot

Ein Nachtrag zum indischen Abendessen:
Bisher bin ich daran gescheitert, gutes indisches Brot selbst herzustellen. Ich bin allerdings auch keine indische Mama, die seit frühester Jugend täglich zwei- oder dreimal Chapati bäckt (Ausrede Nr. 1). Und das richtige Chapatimehl habe ich normalerweise auch nicht (bekommt man außerhalb von Wien in Österreich nur schwer - Ausrede Nr. 2). Außerdem braucht es doch etwas Zeit zum Rasten und so (Ausrede Nr. 3). Beim Asia-Laden in der Schrannengasse in Salzburg gibt es ein Brot namens "Roti Paratha" im Tiefkühler, das ziemlich gut schmeckt und schnell in der Pfanne gebacken ist, damit helfen wir uns meistens aus.

Der Mangold muß geerntet werden!



...zumindestens ein Teil davon. Er wächst ja freundlicherweise immer wieder nach ;-). Den Mangold "Five Colours" habe ich, so wie die meisten anderen Gemüsepflanzen, bei www.arche-noah.at gekauft. Die jungen Pflänzchen kommen im Karton, eingebettet in Dinkelspelzen, die man dann auch gleich als Mulchmaterial verwenden kann!

...und nachdem wir indisches Essen lieben, wurde daraus Palak Paneer, ein sehr leckeres Gericht, das ganz einfach zuzubereiten ist.
Der Paneer ist ein Kuhmilch-Käse, den man selbst machen kann. Ich habe ihn schon beim ersten Mal hinbekommen, er trägt also das Prädikat "idiotensicher":
1 l Vollmilch wird aufgekocht - wenn die Milch zu steigen beginnt, den Topf schnell vom Herd nehmen (wenn der Topf schön tief ist und man gut aufpasst, entwickelt sich das auch nicht zur Sauerei...). Dann gibt man 2 EL Essig dazu(egal, was für einen - ich hab's getestet! Eine indische Köchin hat mir mal gesagt, daß es mit Essig besser funktioniert als mit Zitronensaft), rührt ein bißchen um, dann trennt sich der Käse von der Molke. Ich stelle dann eine Schüssel in die Spüle, lege ein sauberes Geschirrtuch in ein Sieb, und gieße die Molke ab (sie eignet sich hervorragend für das nächste Vollbad - soll ja so gut für die Haut sein. Man kann sie ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren, ich gieße sie in Flaschen). Danach wird der Käse kalt abgespült und das Tuch ausgedrückt, und dann muß der Käse ein paar Stunden beschwert werden, damit die Flüssigkeit rausgepresst wird. Ich lege ihn im Tuch auf die Arbeitsplatte und beschwere ihn mit einem wassergefüllten Topf:


Dann schneide ich den Käse in Würfel und lasse ihn noch etwas offen nachtrocknen. Ich verwende ihn so, wie er ist, man kann ihn aber auch frittieren oder anbraten (dabei zerfällt er aber leicht).

Damit es dann wirklich etwas wurde mit dem Palak Paneer, mußte ich meinen Mann zum Ernten schicken...es gab berechtigterweise (denn es regnete in Strömen) Murren darüber und über meine ungenaue Mengenangabe, aber wir hatten dann doch 2 schöne Handvoll Mangold im Haus. Mit Mengenangaben hab' ich's insgesamt nicht so, aber ich versuche es:

Ich nehme Zwiebelringe (1 Zwiebel), gehackten Knoblauch (1 Zehe) und gehackten Ingwer (2 cm) und brate alles in Öl an, gebe 1 TL Koriander, 1/2 TL Curcuma, 1 TL Kreuzkümmel und Chilipulver (nach persönlicher Vorliebe - ich mag es nicht sehr scharf) dazu und brate nochmal so 2 Minuten. Den gehackten Mangold (im Original: Spinat; beides schmeckt für mich gleich gut) portionsweise hineingeben und ca. 10 Minuten dünsten (gut mit den Gewürzen verrühren). Salzen, Obers (falls es mein Blog auch nach Deutschland schafft: Sahne - nach Geschmack 1/2 Becher oder etwas mehr), und den Käse dazu und alles nocheinmal ein paar Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.

...und da man beim indischen Essen nie nur ein Gericht ißt, musste die erste reife Aubergine auch dran glauben. Die Auberginen sind spät dran, wie auch letztes Jahr - da wollte ich die Pflanze schon fast ausreißen, wir leben ja doch nicht im sonnigen Süden, aber dann entwickelte sie sich Ende August doch noch und bekam genügend Früchte für eine Parmigiana (geniales Rezept von Ale's Mamma aus Bari!) und zwei Gläser gegrillte eingelegte Auberginen! Dieses Jahr habe ich die Aubergine unvorsichtigerweise hinter die Gurke gepflanzt, und nachdem diese sich entschlossen hat, so richtig zu wuchern (auch eine Arche-Noah-Pflanze: Marketmore), bekommt die Aubergine halt ein bißchen wenig Sonne ab. So war die Frucht auch etwas klein...


...und nach dem Backen noch kleiner...



...es reichte dann aber doch für uns zwei.
Ich habe sie viermal längs eingeschnitten (fast bis zur Mitte) und im Backofen bei 200 Grad ca. 40 Minuten gebacken (ein- oder zweimal umdrehen schadet nicht), die Haut abgezogen und das Fruchtfleisch zerkleinert; in der Pfanne etwas Zwiebel und Peperoncino angebraten, 2 kleine Tomaten, die Aubergine, Salz und Garam Masala dazugegeben und das Ganze noch 3 Minuten geschmort.


Der "Auberginensalat" (blöde deutsche Übersetzung aus einem meiner Kochbücher, ein Salat ist es nun wirklich nicht, eher ein Aufstrich namens Baigan-ka-Raita) wird dann noch mit Joghurt gemischt und passt gut zu indischem Brot.

Dazu gab's noch ein einfaches Dhal aus roten Linsen (mit Ingwer, Curcuma, Kreuzkümmel, Koriander und Chilipulver gewürzt) und den Gurkensalat vom Tag davor (kein Original-Raita) und fertig war das Thali.





Montag, 6. August 2012

Mein erster post

...und da wird mir klar, daß ich nicht der Generation der "digital natives" angehöre...denn ich frage mich beim Schreiben der Überschrift, ob es "der Post" oder vielleicht "das Post" heißt - "die Post" ist für mich definitiv etwas Anderes...Aber da es in meinem Blog nicht um Grammatik, sondern um Gemüse im eigenen Garten geht, und was man daraus machen kann, lasse ich es erst einmal so (ich könnte die richtige Lösung sicher googeln, aber jetzt gibt es erst mal Wichtigeres).
Ich bin eigentlich Julia, aber für meinen Mann bin ich (norddeutsch) Jule und meine Freundin L. nennt mich (englisch) Jules, und seit 1 Jahr bin ich (kompletter Gartenneuling) stolze Besitzerin zweier Hochbeete und eines (nicht ganz so hohen) Kräuterbeets, außerdem gibt es einen Apfelbaum (5 verschiedene Sorten sollen da mal wachsen!) und einen Kirschbaum (2 Sorten), ein paar Himbeeren, eine geschützte Ecke für die Tomaten, und - ganz wichtig - einen Platz für die Hängematte. Da ich gerne koche, vor allem viel mit (Bio-) Gemüse, und viel Spaß mit der Aufzucht des Gemüses habe (selbst Unkrautrupfen finde ich entspannend), habe ich mich zu diesem Blog entschlossen. Ihr sollt hier in Zukunft also alles finden, was mir mit meinem Gemüse so widerfährt ;-) im Garten und in der Küche, natürlich inklusive der Fehler, die ich mache (angeblich lernt man ja aus ihnen), denn ich bin, was den Garten betrifft, blutiger Anfänger, und was das Kochen angeht, selfmade-woman. Seit mir vor vielen Jahren das Buch "Die Suppe lügt" von Hans Ulrich Grimm in die Hände gefallen ist (und danach noch viele andere Bücher zur industriellen Herstellung von Lebensmitteln und zum Thema Bio) versuche ich möglichst viel selbst zu machen und vermeide Fertigprodukte mit all ihren dubiosen Inhaltsstoffen so gut es geht.