Montag, 9. September 2013

Zweinutzungshuhn

...ist nicht der Titel des neuen Films von Til Schweiger. Ein Zweinutzungshuhn ist DIE Errungenschaft des 21. Jahrhunderts - nämlich - haltet Euch fest! - ein Huhn, das Eier legen kann, dessen Fleisch man aber auch essen kann! Tolle Sache, oder?
Ich habe diesen Begriff vor ein paar Tagen zum ersten Mal gelesen. Und zwar im Buch "Friss oder stirb" von Clemens G. Arvay. 


Darin fand ich, abgesehen von diesem absurden Begriff, einige für mich neue Informationen. Hatte ich mich doch in Sicherheit gewiegt, wenn ich brav Bio-Lebensmittel im Supermarkt kaufe. Ja, mir war schon klar, daß die Biomarken der Supermärkte nicht das Gelbe vom Ei sind, aber daß es so schlimm ist, wie im genannten Buch nachzulesen, hätte ich nicht gedacht.

Die Hühner der Supermarkt-Biomarken, zum Beispiel, werden, ganz EU-konform, in Einheiten zu 3000(!) Tieren gehalten. Natürlich gibt es einen Auslauf, es sind ja Freilandhühner. Bloß - das Freiland bei diesen Ställen bietet keinerlei Deckungsmöglichkeit, sondern besteht normalerweise nur aus einer Wiese. Daher verlassen die Hühner den Stall nicht und sitzen aufeinander wie die Sardinen in der Dose. Mit allen Problemen, die das so mit sich bringt, wenn Hühner zu eng leben. Es geht Ihnen also nicht besser als nicht-Bio-Tieren. 

Da auch Bio-Hühner dahingehend gezüchtet sind, daß sie entweder viele Eier legen können (und das das ganze Jahr hindurch) ODER daß sie schnell an Gewicht zulegen, damit man ihr Fleisch verkaufen kann (sie sind also auch keine Zweinutzungshühner), werden in der Eierproduktion die männlichen Küken gleich nach dem Schlüpfen "homogenisiert" - ein hübsches Wort, oder? Es heißt nichts anderes, als daß die Küken auf dem Fließband von einem rotierenden Messer zu Brei verarbeitet werden. Denn sie können keine Eier legen, sind aufgrund der Züchtung aber auch nicht schnellwachsende Fleisch-Hühner. Also weg damit.

Außerdem sind die Hühner Hybride, die sich nicht fortpflanzen können. Das bedeutet, daß die Bauern immer wieder neue Küken vom Züchter kaufen müssen. Das gibt es auch bei Pflanzen. Die Saatguthersteller sind daran interessiert, Ihre Sorten möglichst weltweit zu verkaufen, um die Bauern von sich abhängig zu machen. Verrückt, oder, daß ein Bauer kein Saatgut mehr aus seinem Getreide gewinnen kann, oder?

Bitte lest dieses Buch! Es ist wirklich informativ und gut zu lesen. Es erklärt auch (verständlich), was Hybride sind, warum 80% der landwirtschaftlichen Fläche Österreichs als Bergbauerngebiete gelten, und warum auch Bio-Äpfel mehrmals gespritzt werden. Oder wie Bauern von den Lebensmittelkonzernen behandelt werden. Und vieles mehr. Ich bin so schockiert, daß ich beschlossen habe, zukünftig so viel wie möglich im örtlichen Bauernladen zu kaufen. Dort gibt es fast nur echte Bio-Ware von kleinen Bauern, unter anderem auch (grüne) Eier einer alten Hühnerrasse. Außerdem will ich meinen Fleischkonsum weiter zu reduzieren und meinen Gemüsegarten erweitern. 

Freitag, 16. August 2013

Der ultimative Anti-Schneckenschutz!

Dieses Jahr wäre ich beinahe verzweifelt angesichts der unglaublichen Nacktschneckenplage, die meinen Garten (und alle anderen Gärten im Umkreis und wahrscheinlich überhaupt alle Gärten im Frühlingsverwaschenen Mitteleuropa) heimsuchte! Mein Kräuterbeet hat nämlich leider keinen Schneckenschutz wie meine Hochbeete.
...und auch sonst haben die Schnecken im Garten gewütet. Sie vermehrten sich trotz des mittlerweile sehr großzügigen Einsatzes des eisenhältigen ("Bio") - Schneckenkorns gewaltig und gaben den Kräutern und Stauden keine Chance. Vielleicht sind sie immun geworden? Wer weiß...
Da fiel mir der Sack "Slug gone" ins Auge, den ich letztes Jahr auf der Welser Messe "Blühendes Österreich" bei British Garden (beheimatet in Graz) gekauft hatte. 



Eigentlich hatte ich ihn für die Kartoffelplantage meines Nordlichts besorgt, er fand aber keine Verwendung und wartete im Schuppen auf mich.
Darin sind Pellets aus Schafwolle, die man flächendeckend um die Pflanzen auf die Erde legt. Zweifelnd breitete ich das Zeug auf der Erde meines Kräuterbeets aus. Und ES IST SENSATIONELL!!! Die Kräuter haben sich erholt, die Schnecken gehen wirklich nicht auf die Schafwolle! 



Gleichzeitig wirkt die Wolle als Mulchdecke. Und sie sieht aus wie Erde. 

Ich brauchte einen 3,5 l - Sack für mein Kräuterbeet, das 2,5 m lang und 40 cm breit ist. Die Wolle hält ein Jahr und kommt damit viel günstiger als die Unmengen an Schneckenkorn, die ich dieses Jahr schon verwendet habe. Wenn man ein offenes Beet hat, könnte ich mir vorstellen, daß es reichen würde, einen "Schutzwall" von 10 cm Breite um das Beet anzulegen, man müsste vermutlich nicht die ganze Fläche zwischen den Pflanzen bedecken. Wichtig ist, daß nichts überhängt, weil die Schnecken dort sonst raufkriechen. 

Sonntag, 4. August 2013

Die lieben Katzen

Sie sind ja so süß. Und manchmal bringen sie für Ihre geliebten Futterversorger Geschenke. Ich habe davon schon gelegentlich mal berichtet...hier nachzulesen. 

Zartbeseitete sollten jetzt nicht weiterlesen und -schauen. Denn Maulwurfsgrillen gehören zum Ekligsten, was die Evolution im Tierreich hervorgebracht hat:

Ich wollte sie nicht von vorne fotografieren, nicht, daß sie auf mich zuläuft...
Außerdem können sie dem Garten großen Schaden zufügen. Daher ist es ja löblich, wenn Tigerchen sie fängt. Daß sie sie im Wohnzimmer ablegt, ist immer noch besser als die grauslichen Viecher, zum Beispiel, ins Schlafzimmer zu bringen. Ich wäre aber froh, wenn das süße Tigerkätzchen die Beute dann auch verspeisen würde. Macht sie auch, wenn es sich um Mäuse, Vögel oder normale Grillen handelt. Vor den Maulwurfsgrillen scheint es selbst einer abgebrühten Katze zu grausen. Mir fällt dann immer dieser Spruch ein: "Die würde ich nicht mal mit der Feuerzange angreifen". Leider bleibt mir nichts anderes übrig. Ich trage die Grille also mit der Feuerzange in den Garten und ermorde sie. Jawoll! Ich töte Tiere! Aber nur grausliche. Und nur im Notfall.


Samstag, 3. August 2013

Putzige Schmetterlinge

So gefreut hatte ich mich vor 2 Jahren über die Schmetterlinge in meinem Garten. Die soll man ja, ebenso wie Bienen und Hummeln anlocken und schützen. Sie sind ja so nützlich. Was ich in meiner Stadtkind-Blauäugigkeit noch nicht wußte - die kleinen weißen Schmetterlinge, die da so eifrig um's Hochbeet schwirren, gehören zur Art des Kleinen Kohlweißlings. Der legt seine winzigen Eier einzeln an der Blattunterseite (und manchmal auch an der Blattoberseite) von Kohlpflanzen (z.B. Weisskraut, Brokkoli) ab. Daraus werden dann Raupen in Tarnfarbe (komplett grün), die so eine wachsende Kohlpflanze völlig kahl fressen können.


Ich lernte also, die Blattunterseiten auf Eier und die ganze Pflanze auf Raupen abzusuchen, und zwar TÄGLICH. Vergisst man einmal, bereut man das bald. Auch, wegen der Proteinzulage im Gemüse, nachzulesen hier.

Dieses Jahr habe ich mir im Baumarkt ein Schutzvlies gekauft und alle Pflanzen eingehüllt. Das sieht vielleicht etwas eigenartig aus, ist aber sehr wirksam. 


Es empfiehlt sich, trotzdem alle paar Tage nachzuschauen. Die Kohlweisslinge sind intelligenter als man glaubt. Sie finden einen Weg unter's Netz, aber nicht mehr so oft. 

Vorne im Bild: Brokkoli; dahinter: Weißkraut und Bohnen

Donnerstag, 1. August 2013

Gerade habe ich es geschafft, ziemlich viele Fotos von meinem Blog zu löschen...toll!

Bitte habt Geduld, bis ich das wieder repariert habe. 

Zu allem Übel kann ich am Laptop keine Posts verfassen - nur Titel. Ich kann keinen Post-Text schreiben, nicht einmal in das Textfeld klicken. Hat jemand eine Idee, was man da tun kann? Hm, am I-Pad kann ich schreiben, am Laptop nicht. Sehr komisch. Und unpraktisch, vor allem zum Einbetten von Fotos. Hat jemand damit Erfahrung, wenn der Blogger (das Programm, nicht der Mensch ;-) ) nicht richtig funktioniert?

...ich habe jetzt einen anderen Laptop mit einem anderen Browser probiert...das Problem mit dem Schreiben hängt anscheinend mit dem Browser zusammen!Danke an Friederike für den Tip

Samstag, 20. Juli 2013

Knoblauchernte

Lange hat es gedauert, aber heute konnte ich den Knoblauch ernten. Im Herbst (Ende September/Anfang Oktober) hatte ich die Zehen in die Erde gesteckt. Dann kam ein warmer Herbst, und sie trieben aus. Ich hätte nicht gedacht, dass die kleinen grünen Triebe den Winter überleben. Ende April waren die Pflänzchen noch recht klein. Glücklicherweise wurden sie nicht, so wie die Zwiebeln, Opfer meiner (und anderer?) Katzen, die die frische Erde im Hochbeet gerne als Katzenklo benützen.
Ich war zwar vorgewarnt (nachzulesen in Andrea Heistingers "Arche Noah Handbuch Bio-Gemüse"), trotzdem habe ich es geschafft, den richtigen Erntezeitpunkt zu übersehen. Einige der Knollen hatten sich schon geöffnet und sind damit "anfällig für Pilzkrankheiten und nur begrenzt lagerfähig".


Sie werden also als erste verarbeitet. Die anderen werden getrocknet.


Die Brutknöllchen an der Spitze der Pflanzen möchte ich wieder setzen.


Die Brutknöllchen "ausgezogen". Leider ist mir kein scharfes Bild gelungen. Die Kamera ist unauffindbar, und der Blackberry taugt leider nicht viel als Kamera...

Allerdings weiß ich nicht, ob ich Karl Ploberger ("Der Garten für intelligente Faule") vertrauen soll, in dessen Tabelle auf Seite 141 nachzulesen ist, dass man Knoblauch nicht neben allen möglichen Pflanzen setzen soll, oder Marie-Luise Kreuter ("Der Biogarten"), die meint, dass man ihn eigentlich überall dazwischen stecken kann. Auf jeden Fall sollte er nicht zusammen mit Zwiebeln, Lauch oder Schnittlauch stehen, da sie alle die Lauchminierfliege als Schädling anlocken. Das ist bei mit aber bisher nicht passiert, obwohl Lauch und Knoblauch nebeneinander wuchsen...
Ach, ja, der Lauch...nicht alle Halme haben das Umgraben durch die Katzen überlebt, und dann dachte ich, das wird nie was. Aber man muß nur Geduld haben, mittlerweile schaut der eine oder andere schon wie Lauch aus. Entfernt jedenfalls.

Die vielen Holzstäbchen in der Erde sind der Anti-Katzenschutz für die zarten Lauchpflänzchen


Sonntag, 30. Juni 2013

Hühnchen auf Jägerart - à la Bocuse



Dieses leckere Rezept habe ich wieder einmal von meiner Mutter. Sie hat es von Paul Bocuse. Ich habe es noch nie gekocht, denn es ist eines von den Gerichten, die ich mir wünsche, wenn ich meine Mutter besuche und sie mich fragt, was ich essen möchte. Kürzlich hatte ich aber so richtig Lust darauf und fast alle Zutaten zuhause, also habe ich es ausprobiert. Es ist sehr einfach, wurde sehr gut, hat aber natürlich wieder anders geschmeckt als bei meiner Mutter. Wie immer, wenn ich etwas nachkoche. Bei Muttern schmeckt's halt doch am besten ;-)

Zutaten:
1 Huhn (oder Hühnerteile - Keulen)
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
15 dkg Champignons
4 geschälte, halbierte Tomaten (ich erspare mir das Schälen)
1 Lorbeerblatt
Sellerieblätter
1 Zweig Estragon (hatte ich nicht)
1 Zweig Thymian
1 kleiner Bund Petersilie
Olivenöl, (Meer-) Salz, Pfeffer
1/4 l Weißwein

Zubereitung:
Huhn salzen und pfeffern und (mit Haut) goldgelb anbraten. Alle Zutaten dazugeben, mit Weißwein auffüllen und bei mittlerer Hitze zugedeckt 30-35 Minuten dünsten (ich finde eher: köcheln) lassen.
Dann das Fleisch herausnehmen und die Sauce bei starker Hitze ca. 10 Minuten einkochen. Das Fleisch wieder hineingeben.
Mit Reis, Couscous oder Bulgur servieren.

Ich freue mich über Kommentare

Samstag, 29. Juni 2013

Schön langsam wird's

Vor einigen Wochen hatte ich mich über den nicht vorhandenen Frühling beschwert und darüber, was das Wetter mit meinen Gemüsepflänzchen angestellt hat. Da war ich wetterbedingt eh schon spät dran mit dem Auspflanzen, und dann das: Hagel!


Mittlerweile gab es ja ein kurzes Hochsommer-Intermezzo, und seitdem hat sich das Blatt gewendet. Die Hitze bescherte dem Garten einen ordentlichen Wachstumsschub. Und bei jedem Sonnenstrahl, der seitdem zwischen den Wolken hervorblitzt, strecken sich die Pflanzen tapfer der Sonne entgegen.

Endlich konnte ich auch den ersten eigenen Salat ernten. Geschmackloser Supermarkt-Salat - adé! Die beiden Pflücksalatmischungen "Misticanza" und "Oriental Mix" von Reinsaat sind einfach unvergleichlich gut und wachsen schnell. Zwischen diesen beiden Fotos liegen nur 12 Tage:


Im Hintergrund links selbstgesätes Weisskraut, das sich hervorragend entwickelt
Die einzigen, denen der viele Regen richtig gut gefällt, sind die Fenchelpflänzchen. 


Ich hatte sie, so wie auch Brokkoli, Weisskraut, Lauch (Porree) und Zucchini im Minigewächshaus selbst gesät. Damit habe ich ja relativ wenig Erfahrung. Die meisten Gemüsepflanzen kaufe ich noch bei der Arche Noah.


Der Mangold, der den Winter überstanden hat, ist in die Höhe geschossen und in Blüte gegangen. Ich dachte, ich schau mir das mal an, weil mich schon so einige Gemüsepflanzen und Kräuter mit wunderschönen Blüten überrascht haben, aber Mangold blühen zu lassen, zahlt sich optisch nicht wirklich aus.


Der Knoblauch, den ich im Herbst gesetzt habe, ist seit dem letzten Sturm etwas in Schieflage. Ich warte darauf, daß die Stängel gelb werden, denn dann soll er reif zur Ernte sein.


Im Hintergrund, zwischen den Holzsteckerl (die zum Schutz vor den Katzen in der Erde stecken), wächst Lauch (Porree). Allerdings wächst er nicht wirklich, ich bezweifle sehr, daß aus den Pflänzchen noch stattliche Lauchstangen werden...

Weisskraut und Brokkoli werden noch nicht vom Kohlweißling heimgesucht, daher brauchen sie noch kein Schutznetz. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres (nachzulesen hier und hier) weiß ich aber, daß ich eines besorgen muß!


Die Tomaten wuchern ziemlich. Durch das Regenwetter war ich etwas nachlässig mit dem Ausgeizen. Man soll ja die kleinen Triebe, die regelmäßig in den Blattachseln wachsen, abzupfen, damit sich ein starker Stamm entwickeln kann. Das habe ich etwas übersehen, sie werden dieses Jahr eher buschig.

Die Pflanztaschen inklusive Weidengeflecht habe ich bei British Garden gekauft.

Im Topf habe ich letztes Frühjahr auch Topinambur gepflanzt, im April sah das so aus:


Jetzt so:


Man kann den ab Herbst und den ganzen Winter über Knollen aus der Erde ausgraben.

So, jetzt seid Ihr wieder auf dem neuesten Stand. Bald gibt es hoffentlich wieder etwas aus der Gartenküche (außer Salat).

Ich freue mich über Kommentare.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Es war einmal...ein Frühling

Kennt Ihr dieses Märchen? Großeltern berichten davon ihren Enkelkindern. 
Ui, bin ich nachlässig mit dem Blogschreiben! Damit mich meine treuen Leser nicht verlassen - es gibt mich noch! Und ich werde auch wieder aus Garten und Küche berichten. Aber da kam ein Urlaub dazwischen (und alles Essbare, was zur Veröffentlichung taugte, war schneller aufgegessen, als der Fotoapparat aus der Tasche gezogen war) und - abgesehen davon, dass ich nicht viel gekocht habe - dieses #%$>£¥%* Wetter. Ihr wisst ja, was ich meine. Meine selbstgezogenen Pflänzchen (Fenchel, Brokkoli, Weisskraut, Lauch, Salat) sind aufgrund der Kälte und des Dauerregens über das Säuglingsalter noch nicht hinausgekommen. Die gekauften wurden am Abend, nachdem ich sie ausgepflanzt hatte, durch einen Hagel ziemlich angeschossen. Und zu guter Letzt finden meine beiden Katzen (und vermutlich etliche Nachbarkatzen) meine Hochbeete ganz toll als Katzenklo. Da kann man ja alles so schön vergraben. Und dabei jedes Mal ein Pflänzchen verschütten! Die Tomaten sind auch recht beleidigt, weil es so kalt wird, und ob das mit den Auberginen dieses Jahr was wird...ich halte Euch auf dem Laufenden. Jetzt geht's erst mal berufsbedingt nach Chicago, vielleicht bin ich da ja schneller mit dem Fotografieren der kulinarischen Ereignisse (ja, ich weiß schon, dass Chicago in den USA liegt). Ich melde mich spätestens wieder, wenn die Sonne daheim wieder hervorkommt. 

Sonntag, 19. Mai 2013

Steinzeitessen

Im letzten Jahr bekam das Nordlicht einen Gesundheitsrappel. Irgendwie fiel ihm das Buch "Die Anti-Krebs-Diät" von Johannes F. Coy in die Hände, hier das dazupassende Kochbuch:


Er las es von vorne bis hinten durch und erklärte dann, daß er nun seine Ernährung umstellen würde. Denn die vielen Kohlenhydrate, die sind ungesund, abends überhaupt, und mehr Proteine müssen her. Das soll daran liegen, daß die Menschen in der Altsteinzeit (Paläolithikum, daher auch Paläoernährung), also knapp eine Million Jahre lang, kaum Kohlenhydrate zu sich nahmen und unsere Gene sich in der vergleichsweise kurzen Zeit von ein paar Tausend Jahren, in denen wir Ackerbau betreiben, nicht an die vielen Kohlenhydrate, die wir heute zu uns nehmen, angepasst haben. Das habe ich jetzt recht verkürzt (in einem umso längerem Satz) dargestellt, nähere Informationen gibt es auf einigen Blogs, die sich mit Steinzeiternährung beschäftigen, wie den recht neuen Blog von Laetitia mit dem Titel "Kleine Steinzeit"

Als passioniertem Brot- und Kuchenesser, Brot am liebsten mit Marmelade, fiel dem Nordlicht die Umstellung richtig schwer. Das Erstaunliche: obwohl er richtig viel aß, nahm er in wenigen Monaten so ganz nebenbei 10 kg ab (das war eigentlich nicht sein Ziel). Erstaunlich auch deshalb, weil wir beide ohnehin ziemlich viel Gemüse, Fisch und wenig Fettes essen. Aber die Verringerung von Kohlenhydraten und Zucker (und einige andere Feinheiten) hat beim Nordlicht richtig angeschlagen. Das macht mir Hoffnung ;-) Nachdem ich nämlich seit einer sehr stressigen Zeit vor 1 1/2 Jahren noch immer 5 kg zu viel mit mir rumschleppe, für Diäten zu inkonsequent bin und Dinnercancelling so gar nicht hinhaut (ich koche doch so gerne! Aber das geht zu Mittag aus Zeitgründen nicht) versuche ich es jetzt auch mit der Steinzeiternährung. Ich esse zwar nicht so kohlenhydratlastig, wie es das Nordlicht getan hat (zum Beispiel esse ich kaum Brot), aber wenn man mal so ein bißchen mitdenkt, merkt man, daß über den Tag verteilt doch so einiges zusammenkommt. Und man muß ein bißchen umdenken, denn die klassische Sättigungsbeilage in Form von Kartoffel, Nudeln oder Reis fällt natürlich flach. 

Vor ein paar Tagen habe ich dieses wirklich leckere (und super-einfache) Rezept von Laetitia ausprobiert: Ein karibischer Meeresfrüchteeintopf. Als Beilage (um sich an die fehlende Sättigungsbeilage zu gewöhnen) gibt es Blumenkohl"reis". Natürlich habe ich vergessen, ein Foto zu machen, aber das gibt es wie auch das Rezept bei Laetitia von der Kleinen Steinzeit.
Ich habe Zander und Garnelen verwendet, außerdem fehlte mir das Pfeilwurzpulver. Ob es wirklich fehlte, kann ich nicht sagen, ich habe keine Ahnung, wie es schmeckt.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Meine marokkanischen Lieblingsgerichte



Erstmals habe ich die Hühnchen-Tajine mit echten, selbsteingelegten Salzzitronen gemacht. Die Zitronen fristeten ihr Dasein im Winter in zwei Gläsern im Keller. Solange hätten sie nicht rasten müssen, aber geschadet hat es auch nicht. Und - ich hätte es nicht gedacht - sie waren das Tüpfelchen auf dem i der Tajine, die ich sonst immer mit normalen Zitronen gemacht habe.
Nach der Einlagerung in Salzlake sehen die Zitronen etwas blass aus. Man verwendet die Schalen in Streifen geschnitten.


Das Rezept für die Tajine gibt es hier. Wie die Salzzitronen eingelegt werden, könnt Ihr hier und hier nachlesen.

Mein zweites marrokanisches Lieblingsgericht - ebenfalls eine Tajine - bekam ich vor vielen Jahren bei meiner Schwester in Wien serviert. Ich war sofort begeistert! Auch von dem Couscous, den ich bis dahin nicht gekannt hatte. In den ersten Jahren danach hatte ich Schwierigkeiten, in Salzburg an Couscous ranzukommen. Mittlerweile gibt es ihn ja in jedem Supermarkt.
Das Kochbuch mit den arabischen Rezepten - es ist ein GU, das es nicht mehr gibt - hat mir meine Schwester damals kopiert. Die Tajine Badindschan wa Kufta (die nicht sehr treffende Übersetzung im Kochbuch: Auberginen mit Hackfleisch) ist eines der wenigen Rezepte, die ich völlig freihändig kochen kann und für die mir im Supermarkt die Zutaten einfallen, ganz ohne Einkaufsliste ;-)

P.S.: Das ist wieder mal ein Rezept mit dem Label "schnell zubereitet" - völlig zu recht! Und: es schmeckt jedem (Meine Stichprobe ist groß). Mindestens genausogut schmeckt es am Tag, nachdem es gekocht wurde, weswegen man es auch gut vorkochen kann, und ich finde, man kann es auch kalt gut essen.

Hier aber das Rezept laut Kochbuch (für 4 Personen):

3 mittelgroße Auberginen
1 große rote Paprikaschote
1 große Zwiebel
100 ml Olivenöl
500 g Lamm- oder Rinderhackfleisch
5 EL Tomatenmark
2 TL gemahlener Kreuzkümmel (ganzer geht auch)
1/2 TL Harissa (bzw. Menge nach Geschmack)
3 Knoblauchzehen
Salz

Hackfleisch in Olivenöl anbraten. Zwiebeln (Würfel oder Ringe), Auberginen- und Paprikawürfel dazugeben und alles etwa 10 Minuten unter ständigem Rühren weiterbraten (mache ich eigentlich nie oder nur kurz). 1/4 l Wasser angießen, Tomatenmark, Kreuzkümmel, Harissa, Salz hinzufügen und das Ganze zugedeckt bei schwacher Hitze 20-30 Minuten köcheln lassen. Kurz vor Ende der Kochzeit Knoblauch hineindrücken.

Foto gibt es keines. Ich schaffe es nicht, einen Eintopf dekorativ abzulichten! Verlasst Euch darauf, es wird Euch schmecken!

Sonntag, 28. April 2013

Es grünt so grün

Der nun doch sich entwickelnde Frühling bringt mich darauf, daß in unserem Garten (und den Gärten ringsrum) noch die Frühblüher fehlen. Das Gras (und was da sonst noch so wächst...wir haben den Kampf gegen das Unkraut im Rasen auch dieses Jahr wieder früh verloren) ist schön grün, die beiden Obstbäumchen bekommen ihre Blätter, die Bambushecke hat den Winter gut überlebt, ein paar Gräser auf der Böschung treiben aus, der Schnittlauch wächst, aber Blüten gibt es kaum. Als ich vor ein paar Tagen in der Stadt war, fiel mir auf, daß a) der Frühling dort schon viel weiter ist (obwohl nur 1/2 Autostunde entfernt und nur 100 m näher zum Meeresniveau) und b) mir im Garten eben blühende Büsche und Bäume fehlen. Mit Bäumen ist das so eine Sache, denn unser Garten ist klein, und die beiden Obstbäume werden ihn vermutlich irgendwann recht ausfüllen. Es müssen also Zwergbäume oder Sträucher her, und blühende Stauden. Ich bin schon am Ideensammeln...

Im März bot sich noch ein etwas trauriges Bild, besonders im Vorgarten, wo recht wenige Sonne hinkommt und die Reste der Stauden vom letzten Jahr und die Blätter des Ahorns ganz nass am Boden lagen:



Ein bißchen Grün hat sich aber unter der Schneedecke herausgewagt:


Zu meinem Entzücken (und Erstaunen) haben Knoblauch (im Hochbeet) und Zwiebeln (im Topf) unter der Schneedecke überlebt, obwohl sie noch vor dem Winter ausgetrieben waren und Ende November sehr verletzlich aussahen.

Der Knoblauch Mitte April, jetzt bereits doppelt so groß!
Die Erde in den Hochbeeten ist ordentlich abgesackt, da muß ich auffüllen, weil mir das jetzt zu niedrig ist zum Arbeiten (ich habe die Hochbeete ja wegen der Bequemlichkeit).


Die grünen Tupfer da hinten sind einige Mizuna-Pflanzen aus der Oriental Mix-Pflücksalatmischung von Reinsaat, die den Winter ganz ohne mein Zutun überdauert haben und in den letzten Tag stark gewachsen sind. Ganz hinten links der Five Colours-Mangold, dessen Reste ich zweimal umgesetzt habe - einmal im Herbst von einem Hochbeet ins andere, damit er in den Genuß des Kälteschutztunnels kommt, und das zweite Mal vor ein paar Wochen, damit er etwas früher Sonne abbekommt. Meine Beete stehen nämlich aus Platzmangel an der Westseite des Hauses, da dauert es etwas, bis die Sonne das nördlichere Beet erreicht. Und - siehe da - der Mangold lebt noch und wächst!


Im Kräuterbeet entdeckte ich vor kurzem die jungen Triebe einer mir unbekannten Pflanze. Kein Schildchen mehr da, und natürlich keine Erinnerung mehr daran, was dort letztes Jahr gewachsen war. Also mal stehen lassen und abwarten.

Vor 2 Wochen
 Kurz danach stellte sich durch eine Geruchsprobe heraus - es ist das Maggikraut (Liebstöckel), das mir meine Mutter letztes Jahr verehrt hat (für die Rindsuppe).

Gestern
In nur zwei Wochen ist es so groß geworden, daß ich es in einen Topf gesetzt habe. Schließlich soll im Kräuterbeet auch noch etwas anderes wachsen. Das gleiche galt für den Oregano. Der hatte sich letztes Jahr ein Drittel des Kräuterbeets erobert und musste daher diesen Frühling in einen Topf umziehen. Klingt leicht, ist es aber nicht. Der Oregano wehrte sich mit Händen und Füßen mit allen Wurzeln gegen die Übersiedlung.

Topinambur konnten wir im Winter jederzeit ernten. Ich hatte ein paar Knollen in einen großen Topf gepflanzt, aus Angst, daß er sich sonst im ganzen Garten ausbreiten könnte. Nun ist er wieder ausgetrieben, dafür reichten 3 Tage mit schönem Wetter:


Ich hatte mir spät, aber doch noch die Zeit genommen, ein bißchen was in uralte Torftöpfchen in einem Mini-Gewächshaus auszusäen, das jahrelang unbenutzt im Keller rumkugelte. Ich war ganz erstaunt, wie schnell die Samen keimten, und habe sie vorige Woche in Töpfchen umgepflanzt.


Vorgestern war in Salzburg am Kajetanerplatz ein Setzlingsmarkt, da war auch der Klarlbauer da, der die Arche Noah-Kunden beliefert. Ich habe ja schon vor längerem Jungpflanzen bei der Arche Noah bestellt, die werden Mitte Mai geliefert. Mir fehlten aber noch Tomaten, Paprika und Chilis, die konnte ich am Setzlingsmarkt besorgen. Jetzt muß ich nur noch überlegen, wo ich was unterbringe. Fruchtfolge, gute und schlechte Nachbarn, und so...

Noch werden alle Pflänzchen tagsüber hinaus und nachts wieder ins Haus gestellt.
Nun hat das Nordlicht doch gemäht! Der "Rasen" sah eigentlich recht hübsch aus mit den vielen Gänseblümchen (die kommen ja zum Glück schnell wieder), dem Löwenzahn und sonstigen Blümchen. Aus einem Pflanztrog heraus hatte sich außerdem ein Hornveilchen selbst ausgesät, und das breitet sich jetzt auch in die Wiese aus - dort herrscht Mähverbot!




Und zum Abschluß: wir erwarten heuer eine reiche Kirschernte ;-)

Sonntag, 14. April 2013

Blut und Wasser

...habe ich geschwitzt, um endlich meinen doppelten Topfhandschuh fertig zu kriegen. Das war, nachdem mir ausgerechnet ein Huhn gesteckt hat, dass ich ein "Schrägband" brauche. Davon hatte ich noch nie gehört! (Nicht, dass das Huhn die große Schneiderin wäre - im Gegenteil, sagt sie - aber, auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn...sie hat vielleicht nicht viel Praktisches gelernt in Handarbeitsunterricht, aber doch gut zugehört).

Und Sonntagsgewand hat mir den Tipp mit Farbenmix gegeben. Da habe ich also die Anleitungen gefunden, einmal zum Herstellen des Schrägbands und einmal zum Annähen.

So, nun ist er fertig, der doppelte Topfhandschuh aus dem Marimekko-Stoff. 





Und sieht aus wie selbstgemacht. Nach 27 Jahren Näh-Abstinenz. Die Bügelei war schon eine Fizzelei (für jemanden, der zwei linke Hände hat UND nicht gerne bügelt), und das Annähen...naja. Natürlich ist die Naht auf einer Seite nicht ganz dort, wo sie hingehört. Aber irgendwann verliere ich einfach die Geduld, und Perfektionist war ich auch noch nie. Egal, in ein paar Tagen wird es mich ohnehin nicht mehr stören. Und der nächste doppelte Topfhandschuh wird sicher perfekt besser.

Donnerstag, 4. April 2013

Da müsst Ihr hin!

Und wieder mal was ganz anderes...Wozu so ein Blog doch gut sein kann :-)
Morgen fahre ich nach Wien zum Konzert:



John Dellroy und Band präsentieren ihre erste CD. Ich vertrete den Fanclub Salzkammergut ;-)
Ich weiß ja nicht, ob ich Leser in Wien und NÖ habe...aber wer Lust hat - die Musik zum Probehören gibt es hier.

Dienstag, 2. April 2013

Gescheitert!

Nach meinem sensationellen (Eigenlob tut nicht weh) Erfolg bei den ersten Nähversuchen nach 27 Jahren wollte ich heute schnell aus den Resten des geliebten Marimekko-Stoffes einen doppelten Topfhandschuh nähen. Dabei musste ich einige Erfahrungen machen.

Erkenntnis Nr. 1: Nur, weil ich es geschafft habe, ein paar Polster zu nähen, bin ich noch lange keine Schneiderin.

Erkenntnis Nr. 2: "Schnell" geht da gar nix. Muß ich doch bei jedem Schritt laaaange nachdenken. Als Vorlage habe ich nur den Topfhandschuh, den mir meine Mutter vor ein paar Jahren aus Südafrika mitgebracht hat. Ein super-praktisches Ding! Ich verwende ihn sehr viel, entsprechend beschädigt ist er bereits.

So etwas will ich nähen
Erkenntnis Nr. 3: Ich habe keine Ahnung, wie ich etwas Rundes nähen soll.

Wie verdammt noch mal haben die den runden Rand hingekriegt???

So vielversprechend hat es angefangen...


Eingenähtes Vlies an den Enden, mit denen man den Topf angreift

Die aufgesetzten Taschen, in die man mit den Händen greifen kann
Wenn jemand einen Tipp hat - bitte melden! Ansonsten werde ich wohl diese Woche die Schneiderin meines Vertrauens besuchen...Sie wohnt ganz in der Nähe und wird mich vermutlich auslachen.

Ich freue mich über Kommentare.